Begegnung per Klick? Lernen mit Zeugnissen von Überlebenden der nationalsozialistischen Verbrechen in digitalen Formaten
Veranstaltungs-Nr.: 278100601
Inhalt/Beschreibung
Fortbildung für Lehrkräfte sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit Dr. Axel Doßmann (Historiker) sowie Dr. Sylvia Asmus (Direktorin) und Theresia Biehl (wissenschaftliche Mitarbeiterin), Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
. Um eine Begegnung mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Nationalsozialismus auch dann noch zu ermöglichen, wenn die letzten Überlebenden verstummt sind, werden derzeit digitale Formate wie holografische Darstellungen oder KI-gestützte Frage-Antwort-Systeme erprobt. Diese Formate zielen darauf, Nähe und Emotionalität persönlicher Begegnungen herzustellen, werfen jedoch zugleich zentrale didaktische Fragen auf: Wie können die persönlichen Erfahrungen der Überlebenden in ihrer Subjektivität und historischen Komplexität vermittelt werden? Welche Art von Quellenkritik erfordern diese neuen Formate? Wie lässt sich vermeiden, dass Zeugenschaft auf abrufbare Einzelantworten reduziert oder zu einem bloßen „Erlebnis“ wird? In einem einführenden Vortrag stellt der Historiker Dr. Axel Doßmann verschiedene digitale Formate der Holocaust-Vermittlung vor und ordnet sie kritisch aus geschichtsdidaktischer Perspektive ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler benötigen, um digitale Angebote mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen reflektiert zu nutzen, und wie historisches Lernen unter den Bedingungen digitaler Medien sinnvoll gestaltet werden kann.
Im zweiten Teil der Fortbildung präsentieren Dr. Sylvia Asmus und Theresia Biehl vom Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek das Projekt „Frag nach!“. Ziel des Projekts ist es, Berichte von Holocaust-Überlebenden für nachfolgende Generationen zu bewahren und zugleich neue Wege digitaler Erinnerungsarbeit für Bildungszusammenhänge zu erproben. In einem moderierten Praxisteil erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, die digitalen interaktiven Interviews mit den Holocaust-Überlebenden Inge Auerbacher und Kurt S. Maier selbst auszuprobieren und deren Einsatzmöglichkeiten für das historische Lernen zu reflektieren. Den Abschluss bildet ein Podiumsgespräch zu praktischen Umsetzungsfragen sowie zu methodisch-didaktischen Zielsetzungen digitaler Erinnerungsformate. Darüber hinaus bleibt Raum für Rückfragen, Erfahrungsaustausch und Diskussion.
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