Individuelle Förderung Individuelle Förderung

Individuelles Lernen unterstützen - ein Informationsangebot und Orientierungsrahmen

Die Inszenierung, Begleitung und Bewertung individueller Lernprozesse gehört zu den wichtigsten und herausforderndsten Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern. Das Ziel, Schülerinnen und Schülern möglichst eigene Lernwege zu ermöglichen, wird in der Thüringer Schulordnung (s.u.) als "Erziehungsauftrag zur individuellen Förderung der Schüler als durchgängiges Prinzip des Lehrens und Lernens" bezeichnet.
Das Ihnen hier vorgestellte Material wurde auf der Grundlage der (gesetzlichen) Rahmenbedingungen des Thüringer Schulsystems entwickelt, um Lehrerinnen und Lehrern schulalltagstaugliche Instrumente und Methoden für die individuelle Förderung zur Verfügung zu stellen.
In Bezug auf die Definition und die Beschreibung der einzelnen Methoden und Instrumente für die individuelle Förderung bestehen in Theorie und Praxis sehr unterschiedliche Sichtweisen. Im vorliegenden Informationssystem wird der  Versuch unternommen, diese Methoden und Instrumente in ihrer Vielfalt darzustellen, zu definieren und zu systematisieren.
Dabei wird nicht der Anspruch auf Allgemeingültigkeit und Vollständigkeit erhoben.
Wir bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen, die die Erarbeitung dieses Materials unterstützt haben. Um das System ausbauen und optimieren zu können, hoffen wir auf Ihr Interesse, Ihre Ideen und Ihre kritische Rückmeldungen.

Eine Definition des Begriffs "Individuelle Förderung"

Individuelle Förderung bezeichnet pädagogisches Handeln mit dem Ziel, der einzelnen Schülerin/dem einzelnen Schüler eine optimale Entwicklung ihrer/seiner Kompetenzen zu ermöglichen.
Die zunehmende Heterogenität und die sich verändernden familiären, sozialen und kulturellen Entwicklungsbedingungen, gepaart mit einer zunehmenden Sensibilität für individuell unterschiedliche Entwicklungsverläufe, erfordern ein konsequent am Individuum orientiertes pädagogisches Handeln. Individuelle Förderung bedeutet, Heterogenität/Diversität anzuerkennen und wertzuschätzen. Sie kann folglich als inklusionspädagogischer Ansatz aufgefasst werden/bildet damit zugleich die Basis für das Gelingen des Gemeinsamen Unterrrichts/von Inklusion.
Individuelle Förderung nimmt die gesamte Gesellschaft - beginnend bei der Familie - in die Verantwortung.
Im Unterricht realisiert sich Individualisierung nicht durch Vereinzelung, sondern auf dem Wege der Wahrnehmung, Respektierung und Verwirklichung individueller Entwicklung in einem gemeinschaftlichen Kontext.
Dieser bietet aus der Sicht Wygotskis folgende wesentliche Entwicklungsbedingung:
"Was das Kind heute in Zusammenarbeit/unter Anleitung vollbringt, wird es morgen selbständig ausführen können. Und das bedeutet: Indem wir die Möglichkeiten eines Kindes in der Zusammenarbeit ermitteln, bestimmen wir das Gebiet der reifenden geistigen Funktionen, die im allernächsten Entwicklungsstadium sicherlich Früchte tragen und folglich zum realen geistigen Entwicklungsniveau des Kindes werden. Wenn wir also untersuchen, wozu das Kind selbständig fähig ist, untersuchen wir den gestrigen Tag. Erkunden wir jedoch, was das Kind in Zusammenarbeit zu leisten vermag, dann ermitteln wir damit seine morgige Entwicklung".
Wygotski, L.: Ausgewählte Schriften. Band 2: Arbeiten zur psychischen Entwicklung der Persönlichkeit. Köln: Pahl-Rugenstein 1987, S. 83

Rechtliche Grundlagen

Jede Schülerin und jeder Schüler hat in Thüringen Anspruch darauf, individuelle Förderung zu erhalten. Die Thüringer Schulgesetzlichkeit schreibt dazu u.a. Folgendes eindeutig vor:

Thüringer Schulgesetz
§ 2 - Gemeinsamer Auftrag für die Thüringer Schulen. (2) Die Schulen sind im Rahmen ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags zur individuellen Förderung der Schüler als durchgängiges Prinzip des Lehrens und Lernens verpflichtet .

Thüringer Schulordnung
§ 47 - Fächer, individuelle Förderung und besondere Fördermaßnahmen
(1) . Die individuelle Förderung der Schüler ist durchgängiges Prinzip des Lehrens und Lernens sowie der außerunterrichtlichen Angebote. Darüber hinaus sind bei Bedarf besondere Fördermaßnahmen vorzusehen.
 

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Materialien Materialien

In der Mediothek finden Sie eine Reihe von Unterstützungsangeboten und Medienvorschlägen für die Realisierung individueller Förderung im Unterricht.

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Hilfe zum Material

Ansprechpartner Ansprechpartner

Ansprechpartner am Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm):

Andrea Bethge
036458 56126
Andrea.Bethge@thillm.de

Hartmut Börner
036458 56246
Hartmut.Boerner@thillm.de

Dr. Matthias Brodbeck
036458 56296
Matthias.Brodbeck@thillm.de