Leseförderung Leseförderung

Lesekompetenz ist eine der wichtigsten - wenn nicht gar die Schlüsselkompetenz, welche sich die Schülerinnen und Schüler im Verlaufe ihrer Schulzeit aneignen. Lesefähigkeit ist eine grundlegende Bedingung für erfolgreichen Wissenserwerb sowie für den selbstverantwortlichen Umgang mit Medien und damit bedeutsam für die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit und für die kommunikative Kompetenz im Besonderen.
Über das Lesen wird eine Vielzahl von Lebensbereichen erschlossen und die erfolgreiche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und an demokratischen Prozessen ermöglicht.

Die Ergebnisse der PISA-Studien verdeutlichten einen erheblichen Handlungsbedarf hinsichtlich der Leseförderung. Daraus resultierend definierte die Kultusministerkonferenz bereits im Jahre 2001 die Verbesserung der Lesekompetenz als eines von sieben zentralen Handlungsfeldern. Zu den damals vereinbarten Maßnahmen gehörten außerdem die Formulierung verbindlicher länderübergreifender Standards für verschiedene Bildungsabschnitte und die Teilnahme an Evaluationsmaßnahmen.
In Verbindung mit PISA 2009 wurde nun zum ersten Mal ein Ländervergleich zur Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards in der Sekundarstufe I durchgeführt. Dieser Ländervergleich ermöglichte erstmalig eine vergleichende Bestandsaufnahme auf der Grundlage der für alle Bundesländer seit 2004 verbindlichen Bildungsstandards. Gegenstand der Untersuchung im Fach Deutsch waren die Bereiche Leseverstehen, Hörverstehen und Orthografie. In Thüringen nahmen 70 Schulen teil, davon 43 Regelschulen, 25 Gymnasien und 2 Integrierte Gesamtschulen.
Im Bereich Lesekompetenz erreichten die Thüringer Schülerinnen und Schüler fast exakt den deutschen Mittelwert. Im Vergleich zu vorangegangenen Untersuchungen stellt dies auf den ersten Blick eine Steigerung dar. Ein zweiter Blick offenbart jedoch, dass die bekannten Problembereiche noch längst nicht gelöst sind. Nach wie vor ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Spitzenleistungen viel zu gering und die so genannte "Risikogruppe" deutlich zu groß.
Etwa ein Drittel der im Rahmen des Ländervergleichs 2009 getesteten 15-Jährigen erreichte Leistungen auf den Kompetenzstufen I und II. Die Schülerinnen und Schüler liegen damit z. T. deutlich unterhalb der Regelstandards für den mittleren Schulabschluss und laufen dadurch Gefahr, den wachsenden Leseanforderungen in zukünftigen Lebensabschnitten nicht mehr gerecht zu werden.
Anzumerken ist, dass Thüringen zu den 4 Bundesländern gehört, in denen die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen nicht (mehr) signifikant sind. Allerdings haben sich die Mädchen gegenüber PISA 2006 verschlechtert, die Jungen etwas verbessert. Deshalb sollte bei allen Aktivitäten zur Leseförderung der Aspekt der Geschlechtsspezifik weiterhin im Blick behalten werden.
Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Spitzenleistungen liegt in Thüringen bei 6%. Dieser Wert liegt signifikant unter dem Landesdurchschnitt und das obwohl die Quote der Gymnasialbeteiligung in Thüringen mit 39,3 % im Vergleich zu anderen Bundesländer wiederum recht hoch ist.
Ein inzwischen vorliegendes Kompetenzstufenmodell für die Bildungsstandards im Lesen definiert eindeutig Mindest-, Regel- und Maximalstandards und beschreibt damit praktikabel Kompetenzerwartungen, die inhaltlichen, fachlichen, curricularen und fachdidaktischen Kriterien genügen. mehr

Der systematischen Förderung von Lesekompetenz wird an Thüringer Bildungseinrichtungen große Aufmerksamkeit beigemessen - beginnend im Bereich der frühkindlichen Bildung über den Grundschulbereich bis hin zu den Regelschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen. Sowohl der "Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre" als auch die weiterentwickelten Thüringer Lehrpläne für alle Schularten beschreiben Lese- und Medienkompetenz als eine grundlegende Voraussetzung für individuelle Lernerfolge und betonen damit deren Schlüsselfunktion. Leitgedanken
Alle Fachlehrpläne der weiterführenden Schularten formulieren demgemäß Lesekompetenz als fächerübergreifenden Gegenstand und weisen aus, welchen Beitrag jedes Fach zur Entwicklung der Lesekompetenz leistet, um den Schüler in die Lage zu versetzen,  

  • auch über einen längeren Zeitraum konzentriert zu lesen,
  • unterschiedliche Textsorten in ihren Intentionen und Aussagen zu verstehen und zu bewerten,
  • Texten wesentliche Aussagen und Detailinformationen zu entnehmen, diese zu deuten und zu verarbeiten,
  • verschiedene Lesestrategien und Lesetechniken gezielt anzuwenden und
  • über eigene Lesestrategien zu reflektieren.

Die systematische Entwicklung von Lesekompetenz ist eng verbunden mit dem Bereich Methodenkompetenz. Um effizient zu lernen und Aufgaben gezielt bewältigen zu können muss der Schüler in der Lage sein

  • Aufgabenstellungen sachgerecht zu analysieren und Lösungsstrategien zu entwickeln,
  • Informationen unter Nutzung moderner Medien zu beschaffen, gezielt auszuwählen, zu speichern, zu veranschaulichen, (aus-)zuwerten und auszutauschen,
  • Informationen aus Bildern, Texten, Graphiken und Handlungen zu entnehmen, zu be- bzw. verarbeiten, zielangemessen zu lesen und zu verschriftlichen.

Der Lernbereich Leseverstehen des weiterentwickelten Lehrplans für das Fach Deutsch beschreibt umfassend die zu entwickelnde Teilkompetenzen, die für eine systematische und kumulative Entwicklung von Lesekompetenz auch in allen anderen Fächern grundlegend sind.
Die nachfolgenden Übersichten zum Lernbereich Leseverstehen (für Regelschule und Gymnasium) illustrieren die Lesekompetenzentwicklung im Deutschunterricht über alle Klassenstufen hinweg. Die Darstellung dient der Information aller Fachlehrerinnen und Fachlehrer und bietet sich an als Grundlage für schulinterne Kommunikation und Kooperation. (Synopsen als Dateien einfügen).

Synopse Leseverstehen, Regelschule

Synopse Leseverstehen, Gymnasium

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Thillm auf der Buchmesse in Leipzig Thillm auf der Buchmesse in Leipzig

Das Thillm auf der Leipziger Buchmesse, SALVE TV vom 19.03.2014

Material Bildungssymposium Material Bildungssymposium

Vortrag: "Verstehendes Lesen  fördern und begleiten. Dimensionen der Lesedidaktik"
Prof. Dr. Cornelia Rosebrock, Goethe-Uni Frankfurt/ Main, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik ( Publikationen)

Material zum Vortrag (pdf)

Leseförderschema (pdf)

Vortrag: "Lernstörungen im Leselernprozess - Diagnostische Verfahren und individuelle Förderansätze"
Karola Penz, Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover

Material zum Vortrag (pdf)

Literaturliste (pdf)

Präsentation (ppt)