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Leseförderung

Lesekompetenz ist eine der wichtigsten – wenn nicht gar die Schlüsselkompetenz, welche sich die Schülerinnen und Schüler im Verlaufe ihrer Schulzeit aneignen: Lesen als eine fundamentale Bedingung für erfolgreichen Wissenserwerb ist maßgebend für die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit und für die kommunikative Kompetenz im Besonderen, für eine gute Qualifikation im Beruf und damit für die Zuteilung von Lebenschancen. Sie ist bedeutend für die soziale Integration, für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und an demokratischen Prozessen sowie den selbstverantwortlichen Umgang mit Medien.
 
Die Ergebnisse der PISA-Studien haben auf den bezüglich der Leseförderung bestehenden Handlungsbedarf aufmerksam gemacht: Problembereiche sind vor allem das insgesamt mäßige Gesamtergebnis, die geringe Spitzenleistung auf der höchsten Kompetenzstufe und die große Gruppe von „Risikoschüler/innen“, also denjenigen Jugendlichen, die die Mindeststandards im Lesen nicht erreichen.
Erschreckend: Etwa 20 Prozent der im Rahmen der PISA-Erhebung 2006 getesteten 15-Jährigen lesen so schlecht, dass sie sich an der Schwelle zum funktionalen Analphabetismus befinden. Neben Schülerinnen und Schülern aus sozial schwachen und bildungsfernen Milieus sowie solchen mit Migrationshintergrund, die überwiegend eine mehrfache Bildungsbenachteiligung aufweisen, gehören – auch das zeigte PISA – insbesondere Jungen zu den schwachen Lesern: Mehr als ein Viertel der getesteten männlichen Jugendlichen sind der so genannten „Risikogruppe“ zuzuordnen. Bei den Mädchen trifft dies lediglich auf rund ein Siebtel zu.
 
Die Kultusministerkonferenz reagierte bereits im Jahre 2001 auf das Problem, indem sie die Verbesserung der Lesekompetenz als eines von sieben zentralen Handlungsfeldern definierte.
In dem Bewusstsein, dass es keine einfachen Rezepte zur Lösung der vorhandenen Probleme in diesem Bereich gibt, streben wir als Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) eine langfristige, systematische und nicht zuletzt auch nachhaltige Entwicklung von Lesekompetenz an.
Im verbindlichen Bildungsrahmenplan für den Elementarbereich „Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre“ ist das Thema „Lesen“ bereits ein wichtiger Schwerpunkt.
Die richtungsweisenden Impulse – vor allem aus dem Bereich der Grundschulen – müssen nun im Bereich der weiterführenden Schulen zielgerichtet aufgenommen und weitergeführt werden. Die Tatsache, dass sich das so genannte „Fenster“ für das Lesen mit dem 13. – 15. Lebensjahr bereits wieder zu schließen beginnt, macht nachdrücklich bewusst, dass die Zeit zum Handeln sehr kurz ist: Unser Engagement für das Lesen muss wesentlich verstärkt werden!

 
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