Navigation

Wege aus der Belastung

Wege aus der Belastung

Inventar zur Erfassung von Gesundheitsressourcen im Lehrerberuf (IEGL)

Das internetbasierte Inventar zur Erfassung von Gesundheitsressourcen im Lehrerberuf (IEGL) (Schaarschmidt & Fischer, 2008) ist ein Instrument zur Analyse des arbeitsbezogenen Verhaltens und Erlebens von Lehrerinnen und Lehrern sowie zur Einschätzung der konkreten Arbeitsverhältnisse an Schulen. Mit Blick auf die einzelne Person werden Aussagen über das persönliche Engagement gegenüber der Arbeit, die Widerstandskraft gegenüber Belastungen und das Lebensgefühl sowie zum Erleben gesundheitlicher Beschwerden getroffen. Die Ergebnisse zu den Arbeitsverhältnissen an der Schule beziehen sich auf die pädagogische Arbeit im engeren Sinne, die sachlichen und organisatorischen Bedingungen sowie die sozialen Beziehungen.


Das Instrument beinhaltet drei Fragebögen:

  1. den Fragebogen Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) (Schaarschmidt & Fischer, 2008) zur Erfassung persönlicher Gesundheitsressourcen,
     
  2. die Beschwerdenliste (BESL) (Schaarschmidt & Fischer, 2008) zur Ermittlung des Erlebens gesundheitlicher Beeinträchtigungen und
     
  3. den Arbeits-Bewertungs-Check für Lehrkräfte (ABC-L) (Schaarschmidt & Kieschke, 2006) zur Analyse der Arbeitsverhältnisse in der Schule.

Die Anonymität der Befragung ist durch die Art und Weise ihrer Durchführung in vollem Umfang gesichert. Unmittelbar nach Bearbeitung des Fragebogens im Internet erhalten alle teilnehmenden Lehrinnen und Lehrer ihre individuellen Ergebnisse, die die Ableitung von persönlichen Schlussfolgerungen für die Gesundheitsentwicklung im Zusammenhang mit der Arbeit ermöglichen. Die zusammenfassenden Ergebnisse der Erhebung werden der Schule unmittelbar nach Abschluss der Befragung zur Verfügung gestellt. Sie können eine fundierte und zielgerichtete Grundlage für die Schulentwicklung bilden. Um eine in der Sache angemessene Auseinandersetzung mit den individuellen und zusammenfassenden Ergebnissen der Befragung zu gewährleisten, ist die Einbeziehung eines entsprechend ausgebildeten Moderators bereits bei der Entscheidung der Schule über die Inanspruchnahme von IEGL empfohlen. Dieser sollte auch als Begleiter bei der Auswertung zur Verfügung stehen und den Prozess der Ableitung von Schlussfolgerungen im Rahmen des Kollegiums unterstützen. 

Informationen zu den drei Bestandteilen des Inventars zur Erfassung von Gesundheitsressourcen im Lehrerberuf (IEGL):

1. Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebens-Muster (AVEM)

AVEM (Schaarschmidt & Fischer, 2008) ist ein Verfahren, mit dem sich persönlichkeitsspezifische Muster des arbeitsbezogenen Verhaltens und Erlebens identifizieren lassen, die über das Beanspruchungserleben der betreffenden Person informieren. Es werden vier Muster unterschieden. Sie zeigen einerseits psychische Gesundheit und andererseits gesundheitliche Risiken an:

  • Muster G (Gesundheit: hohes, aber nicht überhöhtes Engagement, Belastbarkeit und Zufriedenheit)
  • Muster S (Schonung/Schutz: geringes Engagement, Gelassenheit und relative Zufriedenheit)
  • Risikomuster A (Selbstüberforderung: exzessive Verausgabung und verminderte Erholungsfähigkeit, Einschränkung der Belastbarkeit und Zufriedenheit)
  • Risikomuster B (Resignation: reduziertes Engagement bei stark verringerter Erholungs- und Widerstandsfähigkeit, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit)

Die Muster A und (insbesondere) B sind als Risikomuster zu verstehen. Bei stärkerer Ausprägung ist hier von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen. Es stellt sich dann die Frage nach gesundheitsfördernden Maßnahmen mit besonderer Dringlichkeit. Es sollte sich dabei in der Regel sowohl um personen- als auch um bedingungsbezogene Maßnahmen handeln.

2. Beschwerdenliste (BESL)

BESL (Schaarschmidt & Fischer, 2008) erfasst das Ausmaß ausgewählter, gerade für den Lehrerberuf bedeutsamer psychischer und körperlich-vegetativer Beschwerden. Es handelt sich dabei um Beeinträchtigungen des Antriebs, der Konzentration und Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der emotionalen Stabilität und des Schlafes sowie um spezifische körperliche und vegetative Störungen. Mit verstärktem Beschwerdenerleben ist insbesondere bei Zugehörigkeit zu den Risikomustern A und B (s. AVEM) zu rechnen. Es kann dann die Erfassung der Beschwerden dazu beitragen, die aus den AVEM-Ergebnissen gezogenen Schlussfolgerungen weiter zu untersetzen und zu konkretisieren.

3. Arbeits-Bewertungs-Check für Lehrkräfte (ABC-L)

Mit dem ABC-L (Schaarschmidt & Kieschke, 2006) wird eine subjektive Analyse der Arbeitsverhältnisse vorgenommen, d. h. die Grundlage bilden von den Lehrkräften selbst vorgenommene Einschätzungen (und nicht beispielsweise Beurteilungen durch externe Experten). Es wird somit berücksichtigt, dass die Arbeitsverhältnisse nicht auf direktem Wege, sondern vermittelt über die subjektiven Bewertungen auf den arbeitenden Menschen einwirken. Sie können dabei als gesundheitliche Ressourcen oder auch als Belastungen wirksam werden. Um als Ressourcen zu wirken, müssen sie als motivierend und fördernd erlebt werden. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, die vorliegenden Bedingungen eher als defizitär und unbefriedigend wahrgenommen werden, treten Belastungen auf. Der Grad der Belastung richtet sich dann nach dem Ausmaß des erlebten Defizits.

Im ABC-L werden solche Arbeitsmerkmale eingeschätzt, die sich vor allem unter Gesundheitsbezug als bedeutsam erwiesen haben und die der Einflussnahme durch die Lehrerinnen und Lehrer selbst zugänglich sind. Das sind die alltäglichen pädagogischen Anforderungen, die organisatorischen und sachbezogenen Bedingungen und nicht zuletzt die vielfältigen sozialen Faktoren, die zur Lehrerarbeit gehören. Nicht berücksichtigt werden Merkmale, die in der Regel durch zentrale Vorgaben gesetzt sind, wie z. B. das Stundendeputat und die Arbeitszeitregelung.

Erhalten Sie weitere Informationen für Schulen zur Durchführung einer Erhebung mit dem Inventar zur Erfassung von Gesundheitsressourcen im Lehrerberuf (IEGL) und lassen Sie sich über Moderatoren informieren: Kontakt

Fit for Job

Fit for Job - Selbsttest für Ihre Gesundheit (Format pdf)

Denken, Ernährung und Bewegung sind entscheidende Säulen unserer Gesundheit und können nicht isoliert voneinander beeinflusst werden.

Im Selbsttest werden die drei genannten Säulen der Gesundheit berücksichtigt und nacheinander mit Hilfe eines Fragespiegels bearbeitet. In ersten Schritt können Sie Ihre momentane Situation ermitteln und im zweiten Schritt werden Ihnen Möglichkeiten aufgezeigt wie Sie diese gegebenenfalls verändern können. Die Wege, die Sie dabei gehen, werden Sie individuell prägen, weil Sie das Tempo und die Richtung bestimmen. Die Entscheidung, ob Sie diesen Versuch starten, sich darauf einlassen und eigene Verhaltensweisen verändern, liegt bei Ihnen. Gesundheit bedeutet Lebensqualität. Vielleicht ist dies der entscheidende Ansporn, sich immer wieder der Gesundheitsproblematik zu stellen. Sind Sie neugierig und verspüren die Absicht weiter zu lesen? Dann wünschen wir Ihnen viel Freude bei einem Rendezvous mit sich selbst. Dieser Selbsttest ist ein Kurzscreening für Sie. Sind Sie an einer intensiveren Analyse Ihrer Schule und Ihres Kollegiums interessiert, dann wenden Sie sich bitte an Ihre Ansprechpartner für Lehrergesundheit. Die Unfallkasse unterstützt Sie bei diesem Vorhaben gerne.

Logo

Logo