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Themenjahr "Neun Jahrhunderte Jüdisches Leben in Thüringen"

Im Rahmen des Themenjahres "Neun Jahrhunderte Jüdisches Leben in Thüringen" bündelt das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) auf dieser Seite Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte sowie digitale Materialangebote für die schulische Nutzung, sowohl im Präsenzunterricht als auch im Bereich häuslichen Lernens. Aufgenommen werden exemplarisch auch Lehrplaninhalte, um die Einbindung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in verschiedene Fächer und Jahrgangsstufen zu zeigen, damit Schüler*innen ein lebendiges und differenziertes Bild des jüdischen Lebens erhalten.

Zentrale Fortbildungsangebote

Präsenzveranstaltungen werden nach aktueller Lage des Pandemiegeschehens auf dieser Seite eingefügt, sobald Veranstaltungsorte und Termine festgelegt werden können. Online-Veranstaltungsangebote sind in Planung und werden ebenfalls an dieser Stelle eingepflegt. Die dafür genutzten technischen Plattformen werden, nach vorheriger Prüfung, gemäß den  datenschutzrechtlichen Vorgaben im Freistaat Thüringen  eingesetzt. Das gilt auch für Online-Kooperationsveranstaltungen, bei denen Partner des ThILLM diese Plattform bereitstellen, entsprechende Prüfungen laufen derzeit.

Fortbildungsangebote 

Abrufangebote

Materialangebote für die Unterrichtsgestaltung und Phasen des häuslichen Lernens

Die kommentierte Materialsammlung der KMK zur Vermittlung des Judentums stellt das ThILLM seit dem 23.04.18 im Thüringer Schulportal bereit und zwar nicht nur als Link, sondern auch im Kontext mit den zahlreichen Thüringer Angeboten für die Unterrichtsgestaltung zur Thematik – bis hin zu Veröffentlichungen von Tagungsbänden der bereits erwähnten Fortbildungen in Kooperation mit dem Projekt Perspektivwechsel, auch für alle Pädagoginnen und Pädagogen, die keine Möglichkeit der Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen hatten und haben.
Zur kommentierten Materialsammlung der KMK

Weiterführende Materialangebote:

Materialien aus der Mediothek im Thüringer Schulportal

Webtalks

Antisemitismus an der Schule ist ein Phänomen, das erst seit einigen Jahren mediale und politische Aufmerksamkeit erfährt, obwohl es seitens der jüdischen Jugendlichen und ihrer Familien seit langem beanstandet wird. Sowohl die Erfahrungen aus der Beratung von Schulen als auch die zahlreichen Anfragen seitens der betroffenen Familien begründen den Bedarf an empirischer Fundierung pädagogischen Handelns im Umgang mit antisemitischen Vorfällen. Das ThILLM kooperiert in diesem Aufgabenfeld mit dem Projekt Perspektivwechsel Praxisstelle Thüringen und dem Kompetenzzentrum (ZWST) in der Fort- und Weiterbildung von Pädagog*innen. Im Zuge der Veröffentlichung von zwei neuen Studien zu “Antisemitismus an der Schule” entstand - u. a. in Kooperation mit dem ThILLM - eine themenbezogene WEBTALK-Reihe, nähere Informationen hier.

Die WEBTALK-Reihe kann jederzeit hier abgerufen werden:

  • WEBTALK 1: Antisemitismus an der Schule - Empirische Befunde und Handlungsempfehlungen 
  • WEBTALK 2: Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften zum Umgang mit Antisemitismus
  • WEBTALK 3:  Antisemitismus und das Unbehagen in der Demokratie – kritische Bildung in pluralen Verhältnissen

Wanderausstellung Arisierung in Thüringen

Die Wanderausstellung bietet Zugänge zum jüdischen Leben an konkreten Thüringer Orten. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt darin, die Fassungslosigkeit zu bewahren und für den Schulalltag fruchtbar zu machen, die sich einstellt, wenn man begreift, wie schnell und widerstandslos sich die Zerstörung jüdischen Lebens während der nationalsozialistischen Herrschaft vollzogen hat, noch bevor die Vernichtungslager ihren grauenhaften Betrieb aufnahmen. Die Ausstellung ist sowohl virtuell im Thüringer Schulportal abrufbar (Link zur virtuellen Ausstellung "Arisierung in Thüringen") und steht im Rahmen des Themenjahres auch direkt über das ThILLM zum Verleih an Thüringer Schulen zur Verfügung.

Außerschulische Lernorte im Thüringer Schulportal mit Bezug zum Themenjahr
Authentische Orte mit Bezügen zum Themenjahr werden in dieser Rubrik nicht nur vorgestellt. Begleitmaterialien, wie Bilder, Texte und Filme ermöglichen eine qualifizierte Vorbereitung auf den Besuch vor Ort. Aufbereitete Materialien sensibilisieren für einzelne thematische Schwerpunkte und bieten Ideen für die qualifizierte Einbindung in die schulische Arbeit. Zudem bieten sie Ansätze für das altersgerechte und selbstständige Erschließen außerschulischer Lernorte unter verschiedenen Aspekten. Ein Serviceteil mit Hintergrundinformationen zur Entwicklung der Lernortidee mit Tipps rund um den Besuch außerschulischer Lernorte ergänzt das Angebot. Bei Lernortbesuchen mit Schüler*innen sind die Entwicklungen des aktuellen Pandemiegeschehens bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung des Lernortbesuchs zu berücksichtigen und die jeweils aktuellen Weisungen und Vorgaben einzuhalten.
 

Aufgrund der Schlüsselrolle der Firma Topf & Söhne bei Aufbau und Betreibung der Krematorien im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, ermöglicht der Erinnerungsort Einsichten in die Beteiligung am Holocaust inmitten der Gesellschaft, die so an keinem anderen historischen Ort möglich sind. Alle pädagogischen Angebote eignen sich deshalb gut als Vor- oder Nachbereitung einer Exkursion in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in der Nähe der polnischen Stadt Oświęcim.

Informationen für Schulen zur Förderung von Gedenkstättenfahrten, nicht nur im Themenjahr

Anregungen für ein Schulprojekt im Rahmen des Themenjahres

Selma macht Schule
Multimediale Unterrichtsmaterialien basierend auf der Lebensgeschichte und den Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger.
Mit jeder Generation schwindet ein Teil der Erinnerung an die Verbrechen der Nazis. Doch nur eine lebendige und verantwortungsbewusste Erinnerung bewahrt uns vor dem Vergessen. Mit diesem pädagogischen Programm wird ein nachhaltiger Beitrag gegen das Vergessen geleistet.
In "Selma macht Schule" werden Schüler*nnen vor die Frage gestellt: „Was geht mich eigentlich Selma an?“ Wo entdecke ich mich, meine Wünsche und Träume in der Lebensgeschichte und den Werken von Selma Meerbaum Eisinger? Basis sind Selmas Gedichte und die CD „Selma-In Sehnsucht eingehüllt“, auf der zwölf der renommiertesten deutschen Sängerinnen und Sänger Selmas Texte interpretieren.
Ziel des Programms ist es, Jugendlichen eine kreative Herangehensweise an den Holocaust anzubieten, die rein kognitive Angebote im Schulunterricht hinausgeht. In der Auseinandersetzung mit den Gedichten finden die Jugendlichen einen individuellen Zugang zur Lebensgeschichte von Selma und ihrer Zeit. In Selmas Werken drückt sich die Allgegenwärtigkeit von Tod und Trauer aus, aber sie erzählen auch von den Sehnsüchten, Hoffnungen und dem Erwachsenwerden eines jungen Mädchens.
Selmas Gedichte eignen sich zur kritischen Auseinandersetzung mit persönlichen Werten und Lebensvorstellungen, da sie Vergleiche mit der eigenen Biographie zulassen und aufzeigen. Die Parallelen, die zwischen der Lebensgeschichte Selmas und dem eigenen Leben auftauchen, schärfen bei den Jugendlichen das Bewusstsein für die Folgen des Holocaust. Die Konfrontation mit dem Schicksal Selmas fördert die Toleranz gegenüber dem Andersartigen und veranschaulicht für Jugendliche nachvollziehbar die Folgen von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass.

"Selma macht Schule" entstand in Zusammenarbeit mit Redaktion und Alltag, Agentur für Medienprojekte im Bereich der politischen und kulturellen Bildung, Stiftung Menschenbild, Anne Frank Fonds, Braginsky Stiftung, Bollag-Herzheimer Stiftung, Supari Stiftung.

Der Zugang zu den gesamten Projektmaterialien ist nur nach Eingabe von persönlichen Zugangsdaten zum Thüringer Schulportal für angemeldete Thüringer Pädagog*innen möglich. Link zum Projektmaterial

„Selma macht Schule“ kann Ausgangspunkt einer Spurensuche von Schicksalen jüdischer Mitbürger*innen in der Zeit der NS Diktatur sein, die mit der auf dieser Seite vorgestellten Wanderausstellung das Schulprojekt abrunden kann.
 

Lehrplanbezüge

Konkret weisen die Fächer des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes vielfältige Bezüge zur Thematik aus, wobei Wert darauf gelegt wird, das Judentum nicht nur aus der Perspektive der „Opferrolle“ zu betrachten, um dem Antisemitismus umfassender entgegenzuwirken. Dieser Lehrplanansatz findet seine Bestätigung in der gemeinsamen Erklärung des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Kultusministerkonferenz zur Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in der Schule vom 06.12.2016. (Link zur Erklärung)

Lehrplanbezüge
 

Landesbeauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus im schulischen Bereich Thüringens

Antisemitische Tendenzen in der Gesellschaft wirken auch auf die schulische Realität und es gilt, diesen entgegenzuwirken. Als Landesbeauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus im schulischen Bereich fungiert der Direktor des ThILLM auch als Mitglied:

  • der Expertengruppe der KMK und Zentralrat der Juden in Deutschland „Antisemitismus“,
  • des Landespräventionsrates Thüringen, AG „Antisemitismus“,
  • im Beirat für Studien des Kompetenzzentrums der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland,
  • der Thüringer Expertenkommission „Rechtssicherheit im Internet“; „Verfolgen statt nur löschen“.

Durch die Mitgliedschaft in den genannten Gremien wird Expertise aufgebaut und vertieft, die dann über die Mitarbeitenden des ThILLM, die Staatlichen Schulämter und das schulische Unterstützungsystem den Thüringer Schulen bei Bedarf zur Verfügung gestellt wird.

Im Zusammenhang mit dem Themenjahr wurden dem Antisemitismusbeauftragen folgende vier Bedarfsschwerpunkte aus den Staatlichen Schulämtern und Schulen gemeldet, die u.a. auch auf dieser Seite aufgegriffen werden:

  • jüdische Religion: Feste aus dem Jahreskreis, Symbole, Rituale, Traditionen, Bräuche, aktuelle Entwicklungen in der jüdischen Gemeinde Thüringens
  • historische und aktuelle Lernorte zum jüdischen Leben in Thüringen
  • geeignete Unterrichtsmaterialien, literarische Werke, Filme, Begleitmaterialien zur jüdischen Geschichte und Gegenwart mit regionalem Bezug
  • aktuelle Entwicklungen des Antisemitismus in Thüringen und mögliche schulische Handlungsmöglichkeiten, um antisemitischen Erscheinungen entgegenzutreten.