Juregio Thüringen
Gemeinschaftsprojekt für Rechts- und Handlungssicherheit im Schulalltag gegen Gewalt, Drogen und Extremismus
JUREGIO ist ein zentrales und regionales Netzwerk zur Verbesserung der Rechts- und Handlungssicherheit im Umgang mit Gewalt, Extremismus und Drogenmissbrauch an
Thüringer Schulen. Schulleiter, Lehrer, Erzieher, Sonderpädagogische Fachkräfte, Eltern und Schüler können sich in diesem Kontext bei Beratungs- und Fortbildungsbedarf an die in jedem Schulamt gebildete JUREGIO - Koordinierungsstelle wenden. Diese steht in engem Kontakt mit kompetenten Partnern der Region aus den Gerichten, Staatsanwaltschaften, Jugendämtern und Polizeidirektionen sowie –inspektionen.
Die Gesamtkoordination dieses Gemeinschaftsprojektes des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur und des Thüringer Justizministeriums liegt in den Händen der zentralen JUREGIO - Arbeitsgruppe unter der Leitung des Projektverantwortlichen im ThILLM. Sie setzt sich zusammen aus je einem Ansprechpartner folgender Einrichtungen: Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Justizministerium, Innenministerium, Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Oberlandesgericht, Generalstaatsanwaltschaft, Landeskriminalamt, Landesamt für Verfassungsschutz, Landesjugendamt, Koordinierungsstelle für Gewaltprävention, Thüringer Koordinierungsstelle für Suchtprävention, Bildungszentrum der Thüringer Polizei, Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Gemeinsames Giftinformationszentrum, Weißer Ring und dem Leiter der Koordinierungsstelle im jeweiligen Staatlichen Schulamt.
Im Ergebnis zentraler, regionaler und schulinterner Fortbildungsveranstaltungen wurde von Schulleitern, Lehrern, Erziehern, Sonderpädagogischen Fachkräften, Eltern und Schülern der Wunsch geäußert, ihnen für die praktische Arbeit bzw. für den täglichen Umgang mit Gewalt, Extremismus und Drogenmissbrauch an der Schule eine Handreichung zur Verfügung zu stellen. Sieben JUREGIO-Koordinierungsstellenleiter aus den Staatlichen Schulämtern übernahmen diesen Auftrag und erarbeiteten eine Handreichung (
Thillm Material 156) mit dem Ziel, die Handlungssicherheit bei rechtlichen Problemen von Gewalt, Extremismus und Drogenmissbrauch im Schulalltag und die Professionalität bei der Bearbeitung von Vorkommnissen an der Schule zu verbessern.
In der täglichen Arbeit der Staatlichen Schulen, der Staatlichen Schulämter und des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sind die Themen „Gewalt, Drogen und Extremismus“ in pädagogischer und juristischer Hinsicht leider nicht mehr wegzudenken. Aggressive Handlungen, körperliche Bedrohungen gegen Schüler und Lehrer, Drogenfunde und auch viele Erscheinungsformen im Zusammenhang mit rechtsextremen Zeichen, Symbolen, Parolen und Schriften finden sich als Spiegel der Gesellschaft leider häufig
im Schulbereich wieder. Bei Gewalt, Drogen und Extremismus dürfen Schulen nicht wegsehen, sondern müssen handeln.
Dabei ist die rechtlich korrekte Umsetzung von Maßnahmen sehr wichtig. Mit Blick auf die Zukunft muss bei der Bearbeitung von Vorkommnissen der Eindruck hinterlassen
werden, dass die Schule mit diesen Fällen in jeder Hinsicht professionell umgeht. Auch dies trägt dazu bei, zukünftig weitere Vorfälle zu verhindern.
Lehrerinnen und Lehrer brauchen Unterstützung bei der Handhabung des formellen Verfahrens bei der Erteilung von Ordnungsmaßnahmen und bei der Erstellung von Bescheiden. JUREGIO will im Dialog juristischer und pädagogischer Arbeitspraxis das gegenseitige Verständnis für Abläufe und Entscheidungen stärken und so die pädagogische Handlungssicherheit in Problemfällen erhöhen.
In den Fortbildungen und Handreichungen wird bewusst Abstand genommen, bestimmte pauschalisierende Lösungsmöglichkeiten vorzugeben, denn jeder anders gelagerte Sachverhalt oder eine unterschiedliche Rechtsauffassung kann zu einer anderen Entscheidung führen. Letztlich handelt es sich bei jedem Vorkommnis in der Schule um eine Einzelfallentscheidung. Dabei ist aber gerade die rechtlich korrekte Umsetzung von Maßnahmen sehr wichtig. Daneben wird durch das Erleben juristischer Entscheidungen in Gerichtspraktika, Fortbildungen zu Schwerpunktthemen, Expertengespräche, die Kenntnis der grundsätzlicher Abläufe bei polizeilichen Ermittlungen, die Arbeit der Ordnungsämter etc. eine Verbesserung der Handlungssicherheit im Schulalltag angestrebt.