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Entwicklungsvorhaben Neue Lernkultur in Kommunen (nelecom)

„Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge:
Es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann, es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann, und es braucht Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt.“

Prof. Gerald Hüther

Das „Thüringer Bildungsmodell – Neue Lernkultur in Kommunen“ (nelecom) zielt auf eine stärkere lokale Vernetzung von Bildungsangeboten und auf eine regionale Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. In den beteiligten Kommunen sollen Kindergärten und Schulen mit Jugendhilfe, Eltern, Politik, Wirtschaft sowie Institutionen der Bildung und Weiterbildung gezielter zusammenarbeiten und somit eine neue Lernkultur schaffen.

Die drei Kern-Ziele des Vorhabens sind:

  • die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, d. h. sozio-emotionale Kompetenz, Partizipation und Verantwortungs-Übernahme
     
  • die Entfaltung, Unterstützung und (Weiter-) Entwicklung einer Lernkultur, die auf individueller Förderung, wertschätzenden Beziehungen und regionaler Identität basiert
     
  • die Vernetzung der Erziehungs- und Bildungsarbeit von Kindergärten und Schulen mit ihren unmittelbaren und mittelbaren Partnern sowie den mitverantwortlichen Menschen aller Generationen, Institutionen, Organisationen und Initiativen.

Mit nelecom wird durch das Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur die „Eigenverantwortliche Schule“ um die Dimension „Kommune“ erweitert. Mit seinen Schwerpunkten einer kommunalen Öffnung von Schulen sowie einer auf Wertschätzung basierenden neuen Lernkultur ist nelecom inhaltlich eng mit den konzeptionellen Grundanlagen der Thüringer Gemeinschaftsschule verbunden. Unter diesem Anspruch bringen sich nelecom-Schulen als verlässlicher Partner in diese kommunalen Entwicklungsbemühungen ein.

Transferphase von 2010 bis 2014

Die am Transfer beteiligten 18 Kommunen – Landkreise Altenburger Land, Saalfeld-Rudolstadt und Kyffhäuserkreis, Erfurt, Mühlhausen, Nordhausen, Saalfeld, Schmalkalden, VG Ländereck, VG Rennsteig, Brotterode, Dingelstädt, Trusetal, Langenwetzendorf, Unterwellenborn, Urbich, Moßbach, und Wutha-Farnroda – erhalten eine intensive Begleitung und Unterstützung im Rahmen eines Begleitprogramms.
 
Kooperationspartner des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sind u. a. das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien sowie die Stiftung Bildung für Thüringen.

Weitere Informationen unter www.nelecom.de.
 

Entwicklungsvorhaben "Pilotphase zum Aufbau einer Thüringer Gemeinschaftsschule"

Die Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS) bereichert das Thüringer Schulsystem um eine weitere Schulart. Diese wird gleichberechtigt neben der Grundschule, der Regelschule und dem Gymnasium stehen. Die dazu notwendigen gesetzlichen Regelungen befinden sich im Moment auf dem parlamentarischen Weg, so dass mit dem Start des Schuljahres 2011/2012 die ersten regulären Thüringer Gemeinschaftsschulen ihre Arbeit aufnehmen können. Gemeinschaftsschulen sollen in Thüringen überall dort, wo sich Initiativen bilden, wo Schüler, Eltern, Lehrer oder Schulträger den Wunsch äußern, entstehen.

Die Schüler einer Gemeinschaftsschule lernen über die Klassenstufe 4 hinaus weitgehend in einem gemeinsamen Bildungsgang und werden entsprechend ihrer Leistungsmöglichkeiten, Begabungen und Interessen im vorwiegend binnendifferenzierenden Unterricht individuell gefördert. Die heterogene Zusammensetzung der Schüler erfordert und ermöglicht unterschiedliche Formen der Lernorganisation, um die ganzheitliche Kompetenzentwicklung der Schüler auszubilden. Die Schüler können entsprechend ihrer Befähigung und Leistung den Hauptschulabschluss, den Qualifizierenden Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss, den schulischen Teil der Fachhochschulreife sowie die allgemeine Hochschulreife erwerben.

Der Unterricht in der Gemeinschaftsschule erfolgt auf der Grundlage eines verpflichtenden pädagogischen Konzepts, wonach der Erwerb der Abschlüsse ermöglicht wird. Das Konzept beschreibt Formen des klasseninternen gemeinsamen Lernens bis einschließlich Klassenstufe 8 auf mindestens zwei abschlussbezogenen Anspruchsebenen. Ab Klassenstufe 9 wird abschlussbezogen unterrichtet.

Die Gemeinschaftsschule umfasst in der Regel die Klassenstufen 1 bis 12. Beginnt die Gemeinschaftsschule mit der Klassenstufe 5, muss das Angebot der Klassenstufen 1 bis 4 durch das Angebot der Schulart Grundschule gewährleistet werden. Umfasst die Gemeinschaftsschule nur die Klassen bis zur Klassenstufe 10, muss das Angebot der gymnasialen Oberstufe durch die Kooperation mit einem Gymnasium gewährleistet werden.

Mit Beginn des Schuljahres 2010/11 treten Thüringer Schulen in die Pilotphase zum Aufbau der Thüringer Gemeinschaftsschule ein. Sie

  • entwickeln ihre pädagogischen Konzepte und Unterrichtsmaterialien,
  • erproben ihre Unterrichtssequenzen und Projektideen sowie
  • gestalten hierzu ihre schulinterne Fortbildung.

Es handelt sich um folgende Schulen:

  • Staatliche Jenaplan-Schule Jena
  • Lobdeburgschule Staatliche reformpädagogische Schule
  • Staatliche Regelschule Tanna
    Kooperation: Staatliche Grundschule Tanna
  • Staatliche Regelschule Ranis
    Kooperation: Staatliche Grundschule Ranis
  • Lautenbergschule Suhl Staatliche Regelschule
    Kooperation: Lautenbergschule Suhl Staatliche Grundschule
  • Jenaplan-Schule Suhl
  • Brückenschule Aschara Staatliche Regelschule
    Kooperation: Brückenschule Aschara Staatliche Grundschule
  • Staatliche Regelschule "Maria Montessori" Jena
    Kooperation: Regenbogenschule Jena Staatliche Grundschule
  • Staatliche Grundschule "Christoph Martin Wieland" Weimar


In der Pilotphase stehen der einzelnen Schule personelle Ressourcen, pädagogische Unterstützung durch das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) und das landesweite Unterstützungssystem als auch die Begleitung mit einer Anschubfinanzierung zur Verfügung.

Die Schulen finden weiterhin als Partner eine zentrale Anlaufstelle im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK), vier Regionalberater, eine zentrale Arbeitsgruppe sowie Wissenschaftler des Instituts für Schulpädagogik und Grundschulpädagogik im Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung der TU Dresden vor.

Weitere Informationen zur Thüringer Gemeinschaftsschule auf den Seiten des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur

 
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