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KMK-Projekt "ProLesen. Auf dem Weg zur Leseschule"

Ziel des KMK-Projekts

„ProLesen“ lehnt sich eng an die schulische Praxis an - dokumentiert werden sollen Praxisbeispiele aus allen Schularten und Fächern. Die Aufgabe der an „ProLesen“ beteiligten Schulen besteht darin, solche guten Beispiele zu sammeln, zu sichten, zu überarbeiten bzw. gegebenenfalls neu zu entwickeln. Diese sollen nach Abschluss der Erstellungsphase nach einheitlichem Muster publiziert werden, so dass ein schlüssiges Gesamtkonzept entsteht.
Die von den einzelnen Schulen gelieferten Materialien werden in den BSCW-Server, der Dokumentations- und Kommunikationsebene von „ProLesen“, eingestellt und stehen passwortgeschützt allen Projektbeteiligten zur Verfügung, so dass ein beständiger Austausch und gegenseitige Anregungen – auch länderübergreifend – jederzeit möglich sind.

Auf dem Weg zur Leseschule – „ProLesen“ in Thüringen

In unserem Bundesland existiert für alle Schulen die Zielvorgabe am Entwicklungsvorhaben „Eigenverantwortliche Schule in Thüringen“ teilzunehmen, im Rahmen dessen sich die einzelne Schule individuelle Arbeitsschwerpunkte und Ziele setzt. Systematische Leseförderung, die als Aufgabe des gesamten Kollegiums wahrgenommen wird, eignet sich aus unserer Sicht sehr gut als ein solcher Entwicklungsschwerpunkt. „ProLesen“ präsentiert sich so als ein Teil von Schulentwicklung und nicht als ein weiteres isoliertes Projekt unter vielen. Der Anspruch von „ProLesen“ in Thüringen ist deshalb der, dass jede teilnehmende Schule nach „EVAS“-Vorbild kurz- und mittelfristig zu erreichende Ziele formuliert und mit einer Maßnahmeplanung und Kriterien zu deren Erfüllung untersetzt. Dadurch wird eine hohe Verbindlichkeit geschaffen und ein möglicher Unterstützungsbedarf wird transparent.
Seit Anfang des Schuljahres 2008/09 beteiligen sich mittlerweile insgesamt 58 Schulen aller allgemein bildenden Schularten am KMK-Projekt.



Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit der Projektschulen ist der Aufbau innerschulischer Kooperationsstrukturen und die Vernetzung außerschulischer Aktivitäten zur Leseförderung, einschließlich der Einbindung regionaler Institutionen, Initiativen und Partner zur Leseerziehung. Lesen, Lesen üben, Leseverständnis vertiefen und Lesemotivation aufbauen erfolgt an den Schulen in Form von ganz unterschiedlichen Unterrichtsvorhaben.
Die angemessene Einschätzung der Leseleistung ist grundlegende Voraussetzung für die gezielte Unterstützung und Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler. Neben der Weiterentwicklung von Unterricht sollen die Lehrkräfte deshalb vor allem auch ihre Kompetenzen in den Bereichen Diagnosefähigkeit und individuelle Förderung erweitern. Das Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) übernimmt diese Qualifizierung durch das Angebot entsprechender zentraler Fortbildungen.

Ansprechpartnerinnen in Thüringen

Projektleitung Thüringen
Silke Oehler – Landeskoordinatorin
Thillm
99438 Bad Berka
Heinrich-Heine-Allee 2-4
Tel.: 036458-56234
Silke.Oehler@thillm.de

Iris Pfaff – Modulverantwortliche
Thillm
99438 Bad Berka
Heinrich-Heine-Allee 2-4
Tel.: 036458-56219
Iris.Pfaff@thillm.de

Karin Friedrich – Fortbildungskoordinatorin
Staatliche Regelschule „Vordere Rhön“
98617 Bettenhausen
Meininger Str. 167
Tel.: 036943/63275
k.ch.friedrich@web.de


Unterstützung: „ProLesen“-Fortbildungen

Die Entwicklung von Lesekompetenz ist ein komplexer und langwieriger Prozess. Will man diesen Prozess professionell und effizient begleiten, ist die genaue Kenntnis fachwissenschaftlicher Hintergründe und lesedidaktischer Grundlagen notwendig, welche im so genannten „Basismodul“ vermittelt werden.
Ein weiterer inhaltlicher „ProLesen“-Schwerpunkt ist die Leseförderung speziell der im Rahmen von PISA identifizierten „Risikoschüler/innen“. Anliegen einer 2-tägigen Fachtagung im Februar ist es beispielsweise, den Blick der Lehrerinnen und Lehrer für die besondere Herausforderung einer geschlechterspezifischen Leseförderung zu öffnen.

Nicht zuletzt finden durch die Projektleitung in München organisierte bundesweite „ProLesen“-Fachtagungen zu Themen-Schwerpunkten wie „Leseförderung in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern“, „Leseförderung in den naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik“ oder „Lesen in der Grundschule“ statt, an denen rotierend Projektverantwortliche der Einzelschulen teilnehmen. Die jeweiligen Inhalte und Erkenntnisse werden anschließend im Sinne eines Multiplikatoren-Prinzips auf regionaler Ebene an alle Projekt-Beteiligten weitergegeben.

Unterstützt werden die „ProLesen“-Schulen in vielfältiger Weise: Set-Koordinatorinnen übernehmen die Betreuung der Schulen auf regionaler Ebene, indem sie Netzwerktreffen organisieren, bei Bedarf Unterstützung durch Beraterinnen und Berater des Unterstützersystems der Staatlichen Schulämter anfordern, eigene Fortbildungsveranstaltungen anbieten und allgemein als Ansprechpartnerinnen vor Ort fungieren.
Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur stellt den Projektschulen jährlich Landesmittel für Materialien zur Verfügung, die für das Erreichen der je individuell fest gelegten Ziele genutzt werden können. Außerdem hat die Projektleitung die Möglichkeit bei den Staatlichen Schulämtern Lehrerwochenstunden für die am Projekt maßgeblich beteiligten Kolleginnen und Kollegen abzurufen.

Ausblick

Mit Beginn des Schuljahres 2010/11 sollen die in den „ProLesen“-Schulen erarbeiteten Inhalte in neue Projekte implementiert werden. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur plant deshalb in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) einen Transfer des Projekts mit dem Arbeitstitel „ProLesen Thüringen“.
 

 
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