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Fachtagung

Fachtagung „Jungen und Mädchen lesen – aber anders.“

Unter diesem Motto fand am 09./10.02.2010 in Bad Blankenburg im Rahmen des KMK-Projekt „ProLesen. Auf dem Weg zur Leseschule“ eine Fachtagung für  die teilnehmenden Schulen aus Thüringen, Vertreter der Schulämter und Studienseminare sowie Interessierte aus den anderen Bundesländern statt.
Mit Impulsreferaten und Workshops wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wissenschaftliches Hintergrundwissen vermittelt, sie erprobten Material, welches Mädchen und Jungen gleichermaßen lesekompetent macht. Dabei kamen verschiedene Lesemedien zum Einsatz, die dem Mediennutzungsverhalten der Heranwachsenden stark entsprechen.
Gesamtziel sollte es sein, dass geschlechtersensible Herangehensweisen und Strategien angeregt und entwickelt werden, die dann auf die jeweiligen Bedingungen des Unterrichts angewandt werden können. 

Meinungen

Vielen Dank für die gelungene Organisation und die kompetente Auswahl der wirklich tollen Workshops und Vorträge. (Marita Mai, Projektverantwortliche Regelschule  „Am Pulverrasen“ Meiningen)

Ich empfand die Tagung als anstrengend, aber effektiv. (Pia Krüger, Projektverantwortliche Regelschule Worbis)

… möchte es nicht versäumen, ein Kompliment an die Organisatoren der Fachtagung zu machen! Es war doch gut durchdacht und organisiert! Gute Referate gehört (wenn auch nicht immer so praxisnah, wie ich es mir gewünscht  hätte - aber von kompetenten  Leuten), gute Workshops erlebt, Unterkunft und  Essen waren auch topp … (Kerstin Helbing, Projektverantwortliche Regelschule „J. Gagarin“ Bad Frankenhausen)

Ich habe die Tagung sehr genossen und lehrreich erlebt. Ich hatte bisher auch selten ein Publikum, das so motiviert und interessiert war an den Dingen, die ich denke, dass sie die Förderung der Lesemotivation zum Teil in ein etwas anderes als das gängige Licht rücken und vor allem die Mädchen und Jungen mit dem, wer sie sind und sein wollen, etwas deutlicher in den Vordergrund stellen können.
In diesem Sinne auch an Sie ein herzliches Dankeschön dafür, dass Sie mir diese positive Erfahrung ermöglicht haben.
  (Dr. Böck, Referentin, Universität Salzburg)

Alles ist erfreulich schnell, akkurat und professionell organisiert gewesen. Wirklich: Es war mir ein Vergnügen, bei dieser Tagung als Referent dabei gewesen zu sein. (Dr. des. Philipp, Workshopleiter, Fachhochschule Nordschweiz)

 … haben Sie noch einmal herzlichen Dank für die freundliche Betreuung und die perfekte Planung der Lese-Tagung in Bad Blankenburg.  (Prof. Hurrelmann, Referentin)

Die Tagung fand ich sehr interessant. Alle drei Referate waren spannend - drei tolle Frauen haben Sie da engagieren können! Überhaupt finde ich Ihr Projekt gelungen und motivierend. (Prof. Mutter, Workshopleiterin, Studienseminar Rottweil)

Mein Beitrag zur Veranstaltung war auch sehr interessant für mich und hat thematisch auch Neues für mich eröffnet. Das verlangt nach Fortführung. (Herr Röhrer, Workshopleiter, Landesfilmdienst Thüringen)
 

   
  

Referate zur Fachtagung

Referat „Lesesozialisation – schulische Leseförderung“
Frau Prof. Bettina Hurrelmann

Der Vortrag gibt eine Einführung in die Theorie der Lesesozialisation und zentrale empirische Befunde. Ausgehend von der Frage nach den gesellschaftlichen Bildungsnormen, die heute für das Lesen gelten, werden die  Beiträge von Familie, Schule und Altersgruppe zur Leseentwicklung der Heranwachsenden betrachtet. Dabei findet – quer über die verschiedenen Instanzen der Lesesozialisation – auch die Gender-Perspektive Beachtung.

Lesesozialisation – schulische Leseförderung

Referat „Jungen und das Lesen – Anknüpfungspunkte für eine zeitgemäße
Förderung der Lesemotivation von Jungen“

Frau Dr. Margit Böck (Universität Salzburg)

Im Vortrag werden die wesentlichen geschlechterbezogenen
Unterschiede beim Lesen und mögliche Ursachen dafür vorgestellt. Eine zentrale Frage für den schulischen Kontext ist, inwieweit traditionelle Formen der Leseförderung dazu beitragen, die Distanz der Jungen zum Lesen noch zu vergrößern. Das Kennen lernen von Prinzipien einer Förderung der Lesemotivation, die sich daran orientiert, wie sich Lesen in den letzten Jahren verändert hat und die am außerschulischen Lesealltag der Jungen anknüpft, soll helfen, eigene Zielsetzungen zu überdenken und Strategien zu entwickeln, die auch Jungen ansprechen.
Jungen und das Lesen (pdf)
 

Referat „Geschlechterdifferenzierende Leseförderung – Bausteine zu einem
systematischen Curriculum“

Frau Prof. Christine Garbe (Universität Lüneburg)

Aufbauend auf die Vorträge zur Lesesozialisation und zu Erkenntnissen geschlechts-spezifischer Lese- und Medienforschung widmet sich der Vortrag der Frage, wie eine „gute“ Lese-Entwicklung für Jungen (und Mädchen) gestaltet werden kann. Er entwirft entlang der Verlaufsformen einer geglückten literarischen und Lesesozialisation ein „Curriculum“ geschlechts-übergreifender und geschlechts-spezifischer Maßnahmen zur Leseförderung. Diese sollten im Idealfall in Familie, Schule und peer groups stattfinden und die literalen „Erwerbsaufgaben“ von Jungen und Mädchen in den verschiedenen Entwicklungsphasen unter Berücksichtigung genderspezifischer Lektürepräferenzen und -modalitäten optimal unterstützen.
Bausteine zu einem systematischen Curriculum (pdf)
 

Workshops

Workshop „Attraktive Lesestoffe für Jungen mit Schwerpunkt: Klassenstufen 3 – 6“
Frau Prof. Christine Garbe

In dem Workshop wurden zusammen mit den TeilnehmerInnen Leitlinien erarbeiten, nach denen eine attraktive Klassen- oder Schulbibliothek für diese Altersgruppe angelegt werden könnte mit dem Fokus auf die Leseinteressen von Jungen. An Textauszügen aus Kinder- und Jugendbüchern wurden Kriterien erarbeitet mit denen sich einschätzen lässt, ob eine Geschichte eher für Jungen oder eher für Mädchen (oder für beide Geschlechter) attraktiv ist. Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung wissenschaftlicher Untersuchungen, in denen die Lektürepräferenzen von Mädchen und von Jungen erhoben werden können. Als Ergebnis präsentierten die TeilnehmerInnen gemeinsam erstellte Listen  auf denen attraktive Lesestoffe für Jungen dieser Altersgruppe – nach Genres, Titel oder Autoren – zusammen getragen wurden.
Lektürepräferenzen
Archetypen


                   
 

Workshop „Förderung der Lesemotivation von Jungen: Beispiele für den schulischen Alltag“
Frau Dr. Margit Böck

Im Workshop wurde eine Auswahl von Praxisbeispielen zur Verfügung gestellt, die gemeinsam mit einem Team von erfahrenen LesedidaktikerInnen im Auftrag des österreichischen Unterrichtsministeriums entwickelt wurden, um diese Vernetzung von außerschulischem und schulischem Lesen zu unterstützen. Ausgehend von diesen Vorschlägen entwickeln die TeilnehmerInnen eigene Modelle für konkrete Situationen in ihrem Unterricht.
Lesemotivation für Jungen im schulischen Alltag (pdf)


                  

Workshop „Lesen macht stark – starke Themen, Aufgabenformate und (Sachtexte-) Lesetagebücher“
Frau Frauen (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen, Schleswig-Holstein)

Im Rahmen dieses Workshops wurde mit Ansätzen der Leseförderung aus der
Lesemappe, dem Materialordner und dem (Sachtexte-)Lesetagebuch des schleswig-holsteinischen Projekts „Lesen macht stark“ gearbeitet.
Der Workshop beschäftigte sich mit praxiserprobten Lösungsansätzen und bietet
Impulse für die konkrete Umsetzung.
Impulse aus dem schleswig-holsteinischen Projekt (pdf)
Flyer Lesen macht stark (pdf)
Lesetagebuch (pdf)


                  

Workshop „Lernstationen zu veränderter Aufgabenkultur“
Frau Schröder (Schulleiterin Petersbergschule Nordhausen)

Im Workshop wird an praktischen Beispielen und mit vielen Tipps aufgezeigt, wie auf der Basis der Lesekompetenzstufen nach PISA Aufgabenstellungen für den Unterricht gestaltet werden können, um Lesekompetenz zu fördern. Die Teilnehmer erstellen im Workshop mindestens eine Aufgabe für ihren eigenen Unterricht. Dabei wird berücksichtigt, was aus der Lernforschung über das Lesen, das Lernen und die Interessen von Jungen und Mädchen bekannt ist.
Lernstationen zu veränderter Aufgabenkultur (pdf)


                

Workshop „Texte und Hören – Überlegungen, Verfahren und Techniken wie
Texte hörbar gemacht und einem Publikum zugänglich gemacht werden
können.“

Herr Röhrer (Landesfilmdienst)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten im Workshop einen Einblick in die Facetten des Transformationsprozesses eines literarischen oder journalistischen (Lese)Textes in eine Hörversion desselben. Sie wurden mit Technologien, Geräten und Programmen der Audioaufnahme- und Nachbearbeitung konfrontiert. Dabei wird Augenmerk auf die Umsetzbarkeit in schulischen und außerschulischen Kontexten (Budget, Nutzbarkeit, Bedienung) gelegt. An praktischen Beispielen wurden die Möglichkeiten anschaulich gemacht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten dabei selbst Geräte, Programme und Arbeitsschritte praktisch erproben.
Texte und hören (pdf)


                


Workshop „Aus der Praxis für die Praxis“
Frau Friedrich (Fortbildungskoordinatorin ProLesen Thüringen); Frau Zeth
(Set-Koordinatorin)


Das Material das im Workshop vorgestellt wurde, soll dazu dienen, SchülerInnen in ihrem Leseverständnis zu unterstützen. Die Materialien stammen alle aus der Praxis von Förderkursen und sind so gestaltet, dass sie im Deutschunterricht, aber auch in anderen Unterrichtsfächern, eingesetzt werden kann. Das Material umfasst Aufgaben und Arbeitsblätter (mit Lösungen) für Einzel-, Gruppen-, Partner- und Projektarbeit. Ebenfalls wird an Präsentationsmöglichkeiten gedacht.
Konzept Drehbücherei (pdf)
Leserolle 5 (pdf)
Leserolle 8 (pdf)
Konzept Buchfiguren-Rätsel (pdf)
Leserolle Aufgaben (pdf)
Lepion (pdf)
Vorlage Rätsel (pdf)
Leseolympiade – Lesepass (pdf)


Workshop „Wie lesen wieder zum Abenteuer werden kann“
Herr Kellner/ Mittelstädt (Programmkoordinatoren hi.bi.kus/Thillm)

Gehirne entwickeln sich nutzungsabhängig. Während schon kleine Jungen stärker
zur Exploration neigen, entwickeln sich Mädchen schneller zu Beziehungexpertinnen. Mädchen und Jungen lernen also anders – und lesen auch anders. Im Workshop wurde der Frage nachgegangen, ob und wie es gelingen kann, auch wieder mehr Jungen mit der Kulturtechnik des Lesens vertrauter zu machen und ihnen unterschiedliche Lesestoffe nahe zu bringen.
Abenteuer – Lesen (pdf)


Workshop „Social Networks, Chat und Instant Messaging“
Frau Hoffmann (TMBWK), Herr Dr. Maisel (Thillm)

Viele Kinder und Jugendliche nutzen das Internet nicht nur zur Informations-beschaffung, sondern vor allem zur Kommunikation. Chats, Instant Messaging wie icq oder msn und Social Networks wie schülerVZ und studiVZ spiegeln die Lebenswirklichkeit der Schüler.
Das Wissen über Gefahren, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten, insbesondere die Förderung der Lesekompetenz, die die neuen Medien mit sich bringen, waren Thema des Workshops. In Form von aktiver Computerarbeit und Diskussionen anhand konkreter Beispiele wurden die Inhalte vermittelt.
Social Networks (pdf)
Einsatzmöglichkeiten neuer Kommunikationsmedien (pdf)


              

Workshop „Besser lesen im Tandem“
Maik Philipp (Fachhochschule Nordschweiz, Pädagogische Hochschule, Zentrum Lesen)

In diesem Workshop wurde eines der erfolgreichsten Verfahren, in denen vor allem Gleichaltrige (peers) entweder in Tandems oder in Gruppen Leseflüssigkeit und -strategien üben und nachweislich verbessern, vorgestellt und konnte selbstverständlich auch ausprobiert werden: Peer-Assisted Learning Strategies.
Im Tandem lesen (pdf)
Handout Vortrag (pdf)


               


Workshop „Wer liest, lebt doppelt! Leseförderung und neue Medien“
Frau Prof. Claudia Mutter (Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, Gymnasien, Rottweil)

Der Workshop stellte Möglichkeiten vor, Lesemotivation und Lesekompetenz mit
Unterstützung der neuen Medien (Computer, Internet, Web 2.0) zu fördern:
•    „Wer liest lebt doppelt“ – Buchvorstellung und neue die neue Medien als Medium der Recherche, aber auch als Hilfsmittel zur Erstellung komplexer Arbeitsergebnisse
•    Romane lesen – ein Abenteuer im Netz! Mit dem didaktischen Setting „Webquest“ können (literarisches) Lesen und Medienkompetenz sinnvoll integriert werden.
Leseförderung und neue Medien (pdf)
Bauplan Webquest (pdf)


                

 
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