Lehrerbildung Lehrerbildung

Lehrerbildung in Thüringen

"Ziel und Inhalt der Lehrerbildung

(1) Ziel der Lehrerbildung ist es, für die Bildungs- und Erziehungsaufgaben einer Lehrkraft an Schulen zu befähigen. Die Lehrerbildung umfasst die Gesamtheit der Lehr- und Lernaktivitäten zum Aufbau, zur Aktualisierung und Erweiterung der auf den Lehrerberuf bezogenen Kompetenzen und zur Stärkung der Professionalität. Sie soll die Lehrkräfte an Schulen (Lehrkräfte) qualifizieren, eigenständig Verantwortung für die ihnen übertragenen Aufgaben zu übernehmen, am Prozess einer innovativen Schulentwicklung mitzuwirken und die eigenen Kompetenzen ständig weiterzuentwickeln. Die von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz) beschlossenen Standards für die Lehrerbildung sind Grundlage dafür.

(2) Die Lehrerbildung vermittelt die für die professionelle Tätigkeit als Lehrkraft an Schulen erforderlichen fachwissenschaftlichen, wissenschaftlich-künstlerischen, bildungswissen- schaftlichen und fachdidaktischen Kompetenzen und entwickelt die personalen und sozialen Kompetenzen weiter. Sie fördert die Fähigkeit zur Zusammenarbeit an der Schule, mit anderen Schulen sowie sonstigen schulischen und außerschulischen Einrichtungen, deren Mitwirkung zur Unterstützung einer innovativen Schulentwicklung erforderlich ist. Die Lehrerbildung ist den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung verpflichtet. Darüber hinaus beinhaltet sie auch die zielgerichtete Qualifizierung für besondere Aufgaben der Lehrertätigkeit.

(3) Die Lehrerbildung ist auch Grundlage der Personalentwicklung. Sie umfasst auch die für die Übernahme von Führungsaufgaben im Schulbereich erforderliche besondere Qualifizierung der Lehrkräfte."

Thüringer Lehrerbildungsgesetz (ThürLbG) vom 12. März 2008 (GVBl. S. 45), geändert durch Gesetz vom 8. Juli 2009 (GVBl. S. 592), §2.


Phasen der Lehrerbildung

Die Lehrerbildung gliedert sich in drei Phasen. Dabei dienen die ersten beiden Phasen der Lehrerausbildung und die dritte Phase der Lehrerfort- bzw. Lehrerweiterbildung.

Die erste Phase der Lehrerbildung umfasst ein wissenschaftliches oder wissenschaftlich-künstlerisches Studium. Sie endet mit der Ersten Staatsprüfung für ein schulartbezogenes Lehramt oder mit einem lehramtsbezogenen, konsekutiven Bachelor-/Masterabschluss oder mit einem lehramtsbezogenen, vierjährigen Bachelorabschluss.

Die zweite Phase beinhaltet die pädagogisch-praktische Ausbildung in einem schulart- bezogenen Vorbereitungsdienst. Sie wird mit einer Zweiten Staatsprüfung für ein schulartbezogenes Lehramt (Lehramtsbefähigung) abgeschlossen.
Lehrämter sind:

  • das Lehramt an Grundschulen,
  • das Lehramt an Regelschulen,
  • das Lehramt an Gymnasien,
  • das Lehramt an berufsbildenden Schulen,
  • das Lehramt für Förderpädagogik.

Die dritte Phase der Lehrerbildung baut auf den ersten beiden Phasen auf.
Sie umfasst:
a) die Lehrerfortbildung, die berufsbegleitend bei der Einstellung in den Schuldienst einsetzt und bis zum Ausscheiden aus dem Schuldienst währt. Alle Lehrkräfte sind zur Fortbildung verpflichtet. Die ersten beiden Berufsjahre des Lehrers (Berufseingangsphase) sowie die Entwicklung von Führungskräften bilden eigene Schwerpunkte.
b) die Lehrerweiterbildung, die in der Regel berufsbegleitend organisiert ist und den Erwerb einer zusätzlichen Lehrbefähigung oder einer Unterrichtserlaubnis in einem weiteren Fach oder in einer Fachrichtung derselben Schulart oder in einer anderen Schulart oder den Erwerb einer zusätzlichen pädagogischen Befähigung zum Ziel hat. Sie dient außerdem der berufsbegleitenden Nachqualifikation von im staatlichen Schuldienst eingestellten Lehrkräften.


Einrichtungen der Lehrerbildung und deren Aufgaben

Die Lehrerbildung wird in Thüringen von den nachfolgenden Einrichtungen durchgeführt:

a) den Hochschulen (gemäß § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bis 5 des Thüringer Hochschulgesetzes (ThürHG)). Sie vermitteln in den eingerichteten Studiengängen die wissenschaftlichen oder wissenschaftlich-künstlerischen Grundlagen zum Erwerb einer Lehramtsbefähigung und wirken an der Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte mit.
Universität Erfurt,
Friedrich-Schiller-Universität Jena,
Bauhaus-Universität Weimar,
Technische Universität Ilmenau,
Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

b) den Staatlichen Studienseminaren für Lehrerausbildung. Sie sind in Zusammenarbeit mit den Schulämtern und den Ausbildungsschulen für die Durchführung der pädagogisch-praktischen Ausbildung für ein Lehramt im Vorbereitungsdienst verantwortlich. Im Rahmen der Ausgestaltung der während der ersten Phase der Lehrerbildung zu absolvierenden Praktika kooperieren sie mit den Hochschulen. Sie sind verantwortlich für die Fort- und Weiterbildung sowie für die Personalentwicklung ihrer Mitarbeiter und der Lehrkräfte, die Aufgaben der Ausbildung im Vorbereitungsdienst wahrnehmen sollen. Die Mitarbeiter der Studienseminare nehmen Aus- und Fortbildungsaufgaben in den Regionen wahr und wirken an der allgemeinen Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte mit.
Staatliche Studienseminare

c) dem Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien. Es koordiniert, organisiert und führt auch in Zusammenarbeit mit den anderen Einrichtungen der Lehrer- bildung die Fort- und Weiterbildung der im staatlichen Schuldienst eingestellten Lehrkräfte durch. Das Institut erarbeitet Qualifizierungsprogramme und organisiert und koordiniert deren Umsetzung. Es qualifiziert Lehrkräfte für Beratungs- und Fortbildungstätigkeiten. Im Zusammenhang mit Vorhaben der Personal- und Schulentwicklung des Landes stellt das Thillm entsprechende Qualifizierungsangebote bereit. Dem Institut obliegt die Fort- und Weiterbildung sowie die Personalentwicklung seiner Mitarbeiter und der Lehrkräfte, die Aufgaben in seinem Verantwortungsbereich wahrnehmen sollen. Es unterstützt die anderen Einrichtungen der Lehrerbildung und schließt zur Erfüllung seiner Aufgaben mit ihnen Kooperationsvereinbarungen ab.
Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien

d) den Schulämtern. Sie wirken an der Lehrerbildung mit, arbeiten mit den anderen Einrichtungen der Lehrerbildung zusammen. Sie sorgen im Benehmen mit den Hochschulen und den Staatlichen Studienseminaren für Lehrerausbildung für die Absicherung der Ausbildungskapazitäten in den Schulen. Die Schulämter unterstützen die Schulen bei der Fort- und Weiterbildung sowie der Personal- und Schulentwicklung. Sie schlagen dem Thillm auf der Grundlage ihrer Bedarfsanalysen Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen vor.
Staatliche Schulämter

e) den Schulen als Praktikumsschulen in der ersten Phase und als Ausbildungsschulen in der zweiten Phase der Lehrerbildung sowie in der dritten Phase als berufsbezogener Lernort in der Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Staatlich anerkannte Ersatzschulen können ebenfalls als Ausbildungs- oder Praktikumsschule zugelassen werden.
Schulporträt

Ausgehend von ihren unterschiedlichen Kompetenzen und Aufgaben arbeiten die Einrichtungen der Lehrerbildung zusammen und gewährleisten in enger Kooperation Ganzheitlichkeit und Vernetzung der Lehrerbildung durch übergreifende Vorhaben. Sie schließen zu diesem Zweck Kooperationsvereinbarungen; die Einbeziehung von Behörden, Fachhochschulen und Einrichtungen in freier Trägerschaft ist möglich.

Nach: Thüringer Lehrerbildungsgesetz (ThürLbG) vom 12. März 2008 (GVBl. S. 45), geändert durch Gesetz vom 8. Juli 2009 (GVBl. S. 592).

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2. Netzwerktreffen der Lehrerbildung in Jena am 7. März 2014
SALVE TV vom 22.3.2014

 


Veranstaltungshinweise Veranstaltungshinweise

"Auftaktveranstaltung Berufseingangsphase"
Termin: 18. Oktober 2012
Ort: n.n.
Jürgen Vogt
, Thillm
Veranstaltungsnummer: 137701002