Thüringer Förderzentren haben in den vergangenen Jahren gemeinsam nach Lösungen gesucht, Schülern schon während der Schulzeit praxisnahe Erfahrungsfelder für den beruflichen Werdegang zu eröffnen. Am Projekt „Berufspraxis erleben“ nehmen seit 2003 jährlich zwischen 2500 und 3000 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf der Klassenstufen 7, 8 und 9 teil. Das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt sieht vor, dass sich die Schüler an 5 Tagen (+ Kompetenzfeststellung) in der Klassenstufe 7, an 25 Tagen in Klassenstufe 8 und an 8 Tagen in Klassenstufe 9 in überbetrieblichen Berufsbildungseinrichtungen unter fachkompetenter Anleitung von erfahrenen Ausbildern erproben können. Unterstützt werden sie dabei durch die begleitenden Fachlehrer der jeweiligen Förderzentren. Ein weiterer Baustein dieses Projekts ist eine professionelle Übergangsbegleitung. Das Angebot beginnt in Klassenstufe 8 und endet in der Regel mit der Stabilisierung der Jugendlichen ein halbes Jahr nach Beginn einer Berufsausbildung.
Ziel ist es, durch eigene praktische Tätigkeit Neigungen und Eignung für einen bestimmten Beruf zu erkennen, um so eine fundierte Berufswahlentscheidung treffen zu können. Das betriebliche Langzeitpraktikum in Klassenstufe 9 und 10 hat eine Schlüsselfunktion hinsichtlich der Anbahnung einer betrieblichen Berufsausbildung oder eines Beschäftigungsverhältnisses. Das Projekt findet bei Schülern und Eltern hohe Akzeptanz.
Für Schüler mit Förderbedarf in der geistigen Entwicklung sind im Projekt „PraWo“ ähnliche Möglichkeiten geschaffen worden. Zielgruppe sind dabei geistig behinderte Schüler (Werkstufe), für die auf Grund guter individueller Voraussetzungen eine spätere Tätigkeit außerhalb der Werkstätten für behinderte Menschen möglich sein kann.
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