|
|
Schwerpunkt der angestrebten Entwicklung ist die aktive Schülermitwirkung und die Weiterentwicklung demokratischer Schulkultur. In der Schule findet politische Bildung und Demokratieerziehung nicht nur im Unterricht statt, sondern ebenso in Strukturen. Nach Fauser lässt Schule sich als Kommunität betrachten, die durch das gemeinsame und (mehr oder weniger bewusst) koordinierte Handeln der zugehörigen Personen geprägt ist. Den Schüler als Subjekt des Lernens und Gestaltens und nicht als Objekt des Lehrens zu sehen bestimmt die Perspektive der Entwicklung von Unterricht und Schule - insbesondere auch in Bezug auf curriculare Prozesse. Für den Bereich der politischen Bildung heißt dies, Schulkultur und Schulleben stärker als Instanz politischer Bildung in den Fokus zu nehmen. Der Kun Fu Tse zugeschriebene Dreisatz "Sage es mir, und ich werde es vergessen. formuliert auf die Gestaltung des Schullebens übertragbare Erfordernisse. Das Schulleben ist ein Erprobungs-, Bewährungs- und Handlungsfeld. Dem Schüler können und müssen Anlässe gegeben werden, "sich zu verhalten" bzw. zu handeln sowie Zugehörigkeitsgefühl und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. "Wissen" und "Urteilsfähigkeit" als Ziel von politischer Bildung und Demokratieerziehung müssen erweitert werden um den Aspekt "Handlungskompetenz" als "Bereitschaft und Fähigkeit zu handeln und Verantwortung zu übernehmen" Handlungskompetenz kann sich nur dort entwickeln, wo reales, konkretes Handeln ermöglicht wird. Es gilt darum, die Schülerinnen und Schülern reale Mitwirkungsmöglichkeiten aufzuzeigen, Mitwirkung zu ermöglichen. Eine ganze Reihe von Thüringer Schulen befindet sich in diesem Sinne bereits auf den Weg. Die mit solchen Programmen wie dem BLK-Programm Dafür stehen auch bereits arbeitende Schülerparlamente, die Beteiligung einer Reihe von Schulen am Schulversuch "Direktwahl des Schülersprechers" und viele weitere Projekte an Thüringer Schulen. Zu denken ist auch an weitere Formen aktiver Partizipationsförderung im Schulleben wie:
bzw. an partizipationsfördernde Lehr- und Lernkonzepte wie Service Learning. Weitere in Thüringen wirksame Projekte, Programme und Instrumente mit Bezug zur Entwicklung von demokratischer Schulkultur:
INFORMATIONEN ZUR ARBEIT VON SCHÜLERPARLAMENTEN
Solche oder ähnliche Fragen werden immer wieder gestellt. Die Information in der Literatur und im Internet, das Gespräch mit Schulen, die bereits ein Schülerparlament haben ergeben auf diese Fragen die Antwort, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Formen und Verfasstheiten von Schülerparlamenten gibt. In aller Regel sind die Erfahrungen aber positiv.
INFORMATIONEN ZUM THEMA "DIREKTWAHL DES SCHÜLERSPRECHERS" Bisher war es so: Aus jeder Klasse und jedem Kurs einer Schule ab der 5. Klasse werden jeweils ein Klassen- bzw. Kursprecher und je ein Stellvertreter gewählt. Diese finden sich dann zur Klassensprecherversammlung zusammen und wählen aus ihrer Mitte den Schülersprecher und seine zwei Stellvertreter. Alle anderen Schüler sind nach diesem Modus bisher nicht an der Wahl ihres Schülersprechers beteiligt. |
|
|
|||||||