eLearning
In Thüringen wird eLearning in verschiedenen Bereichen und mit unterschiedlichen Ansätzen und Zielen praktiziert. Bündelung, Unterstützung und langfristige Verankerung von eLearning-Aktivitäten im Aus- und Weiterbildungsangebot des Thillm– das hat sich das auf 24 Monate angelegte Projekt zur nachhaltigen Integration von eLearning in Schule zum Ziel gesetzt. Gegenwärtig zeichnet sich ab, dass viele Schulen den didaktischen Wandel mit gestalten wollen, die technischen Hürden anfänglich aber als hoch empfunden werden.
Die Lernplattform Moodle wird durch den Arbeitskreis "Teletutoren-eLearning in Thüringen" untersucht und auf Alltagstauglichkeit getestet. Im Ergebnis wird durch eine Empfehlung des Arbeitskreises die Implementation für die Thüringer Schulen vorbereitet. Darüber hinaus beschäftigen sich Kollegen aus verschiedenen Schularten in dem Arbeitskreis „Content- Entwicklung für Lernplattformen“ mit der Produktion und Evaluation von Lerninhalten für die Unterrichtsgestaltung.
Im Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien steht
Uwe Sommermann (Telefon: 036458 56203) als Ansprechpartner in allen Fragen rund um die Thematik eLearning zur Verfügung.
eLearning bedeutet die Möglichkeit zum selbständigen Lernen mit Hilfe der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Als Sammelbegriff umfasst eLearning ursprünglich alle Formen elektronisch gestützten Lernens wie netz- und satellitengestütztes Lernen, Lernen per interaktiven Fernsehen, CD-ROM, Videobändern etc. Mehr und mehr wird der Begriff jedoch hauptsächlich für Internet- und Intranet-basiertes Lernen benutzt. eLearning zeichnet sich aus durch
- die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig zu lernen,
- Lernangebote bedarfsgerecht zu "portionieren" und anzubieten
- die Möglichkeit, Kosten für Qualifizierung zu minimieren.
Warum gibt es einen Bedarf für eLearning?
Immer mehr Unternehmen und immer mehr Lerner entscheiden sich für eLearning. Gründe dafür sind unter anderem:
- Die Kosten herkömmlicher Weiterbildungsmaßnahmen sind zu hoch.
- Informationen veralten schneller, die Informationsmenge nimmt ständig zu.
- Der Weiterbildungsbedarf vieler Unternehmen steigt, weil sie einen Marktdruck zur Mitarbeiterqualifizierung spüren.
- Mitarbeiter selbst äußern aktuellen Bedarf nach Weiterbildungsthemen.
- Mitarbeiter bringen unterschiedliche Voraussetzungen und Eigenschaften (Interessen, Bildungsstand etc.) mit
- Mitarbeiter befürworten die Kombination verschiedener Lernformen in Weiterbildungsmaßnahmen
Welchen Nutzen bietet eLearning für Lernende?
Besondere Vorteile beim eLearning sind individuelles Lernen, zeitliche Flexibilität und örtliche Unabhängigkeit.
- eLearning ermöglicht gemeinsames Lernen von Menschen, die räumlich getrennt leben oder arbeiten.
- eLearning ermöglicht Lernen im individuellen Rhythmus. Lerner können entsprechend ihres Lerntyps ihr eigenes Tempo bestimmen, die Reihenfolge der Lerninhalte nach Ihrem Bedarf selbst wählen und Inhalte wiederholen, so oft sie möchten.
- eLearning ermöglicht, dann zu lernen, wenn der Tagesablauf es erlaubt.
- eLearning bietet eine weite Spannweite von Gestaltungsmöglichkeiten. Durch multimediale Präsentation können Inhalte besonders anschaulich, abwechslungsreich und überraschend gestaltet werden. Durch interaktive Elemente kann der Lerner selbst aktiv in den Lernprozess eingreifen.
- eLearning bietet höhere Lerneffizienz: Intensive Lernkontrollen zeigen jedem ein individuelles Bild, welchen Lernfortschritt er gemacht hat und kann bei Schwächen durch weitere Lernsequenz Defizite ausgleichen.
Vom eLearning bis zum Blended Learning
eLearning, Distance Learning, Online Lernen, Blended Learning u.a gewinnen seit der Computer und das Internet wichtiger Bestandteil unseres Alltags- und Berufslebens nehmen an Bedeutung zu. Diese "Schlagwörter" in Wirtschaft, Hochschule und Schule werden immer häufiger mit zunehmender Bedeutung für die Fort- und Weiterbildung genannt.
Elemente des eLearning
Das E in eLearning steht für durch den Computer elektronisch unterstütztes Lernen und für ein Bündel von Informationstools (CBT, WBT) und Kommunikationstools (E-Mail, Chat, Diskussionsforum):
- CBT steht für Computer Based Training. Lerninhalte werden lokal meist von CD-ROM über den Bildschirm an den Lernenden übermittelt. Vorteil ist zurzeit noch der speicherintensive Einsatz qualitativ hochwertiger Videos.
- WBT steht für Web Based Training. Lerninhalte werden über das Internet vermittelt. Vorteile sind die leichte Aktualisierbarkeit der Lerninhalte und die einfache Kombination mit Kommunikationstools.
- E-Mail steht für elektronische Post und ist das mittlerweile sehr weit verbreitete elektronische Äquivalent zur Papierpost. Vorteil ist die kurze Übermittlungsdauer und die Möglichkeit der Datenübermittlung.
- Chat kommt vom englischen "chatten" für "Plaudern" und ist der gleichzeitige interaktive Austausch textbasierter Nachrichten zwischen zwei oder mehr Teilnehmern. Vorteil ist die kurzfristige Abstimmung und Koordination zwischen den Teilnehmern.
- Diskussionsforum ist das elektronische Äquivalent zu einer Diskussion in einem größeren Teilnehmerkreis. Jeder Teilnehmer kann textbasierte Beiträge ins Forum stellen, auf die andere Teilnehmer durch Stellungnahmen, Kommentare oder neue Beiträge reagieren können.
Lifelong Learning
Der tägliche Wandel in unserer heutige Informations- und Wissensgesellschaft fordert von jedem ein lebenslanges Lernen (3L, Lifelong Learning). eLearning bietet die Möglichkeit, diesem Anspruch gerecht zu werden und sollte deshalb im Bereich Schule, Hochschule und in der Fort- und Weiterbildung der Lehrenden immer mehr integriert werden.
Blended Learning
Nach einer Euphorie für eLearning in den 90er Jahren aufgrund der erwarteten Möglichkeiten des zeit- und ortsunabhängigen Lernens sieht man heute die größten Chancen im sogenannten Blended Learning. Der englische Begriff "blended" steht für vermischt bzw. vermengt. Gemeint ist die synergetische Verzahnung von E-Learning mit dem traditionellen Präsenz-Lernen.
Heute ist Blended Learning auf dem Weg ein wichtiger Bestandteil unseres Lehrens und Lernens zu werden, weil es ein selbstständiges, selbstgesteuertes, weltweites, ortsunabhängiges und kreatives Lernen ermöglicht - es ist eine neue Form des Lehrens und Lernens
eLearning in der Weiterbildung
»Lebenslanges Lernen«, »Lernen zu jeder Zeit an jedem Ort«, »Lernen je nach eigenem Lerntempo« und »Lernen dann, wenn es gebraucht wird«, sind nur einige der Schlagworte, mit denen die onlinebasierten
Qualifizierungsmaßnahmen angepriesen und verbunden werden. Fest steht, dass sich mit dem Einzug der neuen Medien der Weiterbildungsmarkt verändert hat und sich weiter nachhaltig verändern wird. Daher ist es sinnvoll, sich rechtzeitig über die Möglichkeiten dieser neuen Lehr-/Lernformen zu informieren. Dem in erster Linie der Zukunft verpflichteten Bereich der schulischen Bildung kommt gerade hinsichtlich des eLearning eine elementare Bedeutung zu. Lehrkräfte oder Schulen, aber auch Schülerinnen und Schüler sind zur Vorstellung eigener Aktivitäten in Ihrer Schule in Thüringen herzlich eingeladen.
Lernplattformen in Thüringen
Die Open Source- Software moodle wird in Thüringen in einigen Schulen bereits erfolgreich eingesetzt.
Moodle unterstützt online Lernprozesse und gibt dabei keine Lerninhalte vor. Kursräume werden von den Trainern, Dozenten und Lehrern mit ihren eigenen Lerninhalten frei gefüllt.
Moodle ist ohne Programmierkenntnisse von jedem Trainer gestaltbar. Moodle unterstützt Gruppenarbeit.
Tests und Prüfungen sind innerhalb verschiedener Testszenarien möglich. Sie bieten unterschiedliche Frageformen (Multiple-Choice, Worteingaben, Zuordnungen, Lückentext, Auswahlalternativen). Tests können automatisch im Rahmen von Prüfungen ausgewertet oder zur Selbstüberprüfung durch die Teilnehmer/innen ausgewertet werden. Aufgaben - Übungen - Workshops können leicht integriert werden.
Als weitere Open-Source-Software wird metacoon mittlerweile an allen neun Thüringer Hochschulen als klassisches Lernmanagement-System eingesetzt. Sie hat sich auch als anpassungsfähige Projekt- und Arbeitsplattform in Behörden, Unternehmen und Weiterbildungseinrichtungen erwiesen. Neue Kursraumtypen und eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen demonstrieren die Vielseitigkeit und Fähigkeit zur Weiterentwicklung dieser Software.
Arbeitskreise am Thillm
Arbeitskreis "Teletutoren- eLearning in Thüringen": Konzeptentwicklung, Entwicklung einer Lehrerhandreichung für eLearningangebote
Sommermann, Uwe (Leitung)
Sachse, Carsten
König, Ralf
Rosner, Gabriele
Heinrich, Olaf
Werner, Matthias
Nöthlich,Joachim
Klemm, Uwe
Häusler, Cornelia
Dr. Reinfried Heidrich
Arbeitskreis "Content- Entwicklung für Lernplattformen"
Sommermann, Uwe (Leitung)
Jödicke, Mario
Döhnert, Jana
Gölitz, Frank
Seeber, Carsten
Werner, Beate
Nöthlich, Joachim
Krieck, Michael
Bilio, Henri
Güpner, Mandy
Heerdegen, Hartmut
Wagner, Detlef
Fortbildungen zum Thema eLearning werden durch die Multiplikatoren über die regionale Fortbildung der Schulämter angeboten.
Stand: 12.01.2010