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Aktuelles aus der Informatik

Bericht von der INFOS 2017 Oldenburg

Vom 13. bis 15. September 2017 fand die 17. Fachtagung Informatik und Schule (INFOS) des Fachausschusses „Informatische Bildung in Schulen“ der Gesellschaft für Informatik (GI) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg statt. Diese alle zwei Jahre stattfindende Tagung stand in diesem Jahr unter dem Motto: "Informatische Bildung zum Verstehen und Gestalten der digitalen Welt".
Die Tagung setzte dabei den Schwerpunkt, informatische Bildung als eine Basis der Allgemeinbildung für die digitale Welt vom Kindergarten bis über die Grundschule, die Sekundarstufen I und II bis zu berufsbildenden Schulen. Entsprechend gab es vier Hauptvorträge:

  • Jens Gallenbacher: "Allgemeinbildung in der digitalen, gestalteten Lebenswelt"
  • Hilbert Meyer: "Unterrichtsqualität in der digitalen Welt"
  • Thomas Knaus: "Verstehen - Vernetzen - Verantworten"
  • Stephan Noller: "Calliope mini - Informatik zum Anfassen für GrundschülerInnen"
Die Beiträge sind im Tagungsband (https://www.uni-oldenburg.de/fileadmin/user_upload/informatik/ag/didaktik/download/infos2017/INFOS2017proceedings-274-neu.pdf) veröffentlicht. Damit geht die Tagung von den Anforderungen an die Allgemeinbildung in der heutigen Welt über die Frage, wie Unterricht in der digitalen Welt aussehen sollte, über das sensible Verhältnis zwischen Medienbildung und Informatischer Bildung bis zum Calliope mini, einem Projekt zur Arbeit an informatischen Themen mit Grundschülern anhand einer extra dafür entwickelten Hard- und Softwarelösung, der Frage nach einem Pflichtfach Informatik nach und wann dieses denn einsetzen sollte.
Für mich war insbesondere der Vortrag von Hilbert Meyer außerordentlich interessant. Seine Antwort auf die Frage: Pflichtfach Informatik ab Sekundarstufe I; und informatische Bildung im Rahmen des Sachkundeunterrichts (siehe Vortrag: https://www.uni-oldenburg.de/fileadmin/user_upload/informatik/ag/didaktik/INFOSVORTRAG_2017_HilbertMeyer.pdf).

Neben den Hauptvorträgen wurden in weiteren Vorträgen, Workshops und Poster-Sessions von Forschungsprojekten im Bereich der Didaktik der Informatik berichtet, Unterrichtsideen und -materialien vorgestellt. Die Pausen und Abendveranstaltungen boten einmalige Gelegenheiten die frischen Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Ich kann mich den Veranstaltern nur anschließen: "Wir hatten eine insprierende Tagung und freuen uns auf die nächste INFOS 2019 in Dortmund" .

Bernd Bethge, 07.10.2017

Informatik

Informatik

Informatikunterricht in Thüringen

Die Aufgabe des Informatikunterrichtes ist es, "Alltagserfahrungen und Vorkenntnisse in einen fachlichen Kontext einzuordnen. Er dient der Darstellung und Systematisierung von Begriffen und Grundzusammenhängen der Informatik sowie der Vervollständigung von Kenntnissen und Einsichten zu grundlegendem Allgemeinwissen. Der Informatikunterricht stellt (ähnlich dem Mathematikunterricht im Rahmen einer mathematischen Bildung) ein wichtiges systematisierendes Element dar. Die benutzten Anwendungen und Programmiersprachen sind immer Werkzeuge zur Vermittlung von Inhalten der Informatik, zum Erlernen der Arbeitsmethodik des Faches und zum Beurteilen des Einsatzes der jeweiligen Systeme."

Die Inhalte des Informatikunterrichtes orientieren sich an folgenden Teilgebieten der Informatik:

1. Theoretische Informatik: Sowohl für die Formulierung und Untersuchung von Algorithmen als auch für die Rechnerkonstruktion spielen formale Methoden und mathematische Modelle eine wesentliche Rolle.

2. Praktische Informatik: Die praktische Informatik entwickelt Methoden, um Programmsysteme erstellen zu können, sowie konkrete Entwicklungsumgebungen und Softwarewerkzeuge zur Unterstützung von Programmierern und Anwendern.

3. Technische Informatik: In der technischen Informatik befasst man sich mit dem funktionellen Aufbau von Computern und den zugehörigen Geräten sowie mit dem logischen Entwurf von Rechnern, Geräten und Schaltungen.

4. Angewandte Informatik: Unter angewandter Informatik fasst man Anwendungen von Methoden der Kerninformatik in anderen Wissenschaften und dabei entstehende spezielle Erkenntnisse und Techniken zusammen. Die angewandte Informatik untersucht Abläufe in den unterschiedlichsten Bereichen auf ihre Automatisierbarkeit.

5. Gesellschaft und Informatik: Ein relativ neuer Aspekt der Informatik, der sich zugleich mit dem großen Bereich der "Technikfolgen-Abschätzung" auseinander setzt, wird durch den Begriff "Informatik und Gesellschaft" ausgedrückt. Dieser Bereich behandelt die Auswirkungen der Informatik auf gesellschaftliche Entwicklungen.


Die Grundlage für die Kompetenzbeschreibungen der informatischen Bildung in den Thüringer Lehrplänen bilden die von der Gesellschaft für Informatik e.V. formulierten Bildungsstandards der Informatik und die von der Kultusministerkonferenz beschlossenen Einheitlichen Prüfungsanforderungen Informatik .

Informatik-Kompetenzen im Kursplan Medienkunde

Seit 2009 ist in Thüringen der Kursplan Medienkunde für die Klassen 5-10 in Kraft, in dem aufbauend auf die zunehmende Medienkompetenz der Grundschüler medienkundliche und informatische Kompetenzen für eine verbindliche integrative Vermittlung im Fachunterricht der weiterführenden Schulen beschrieben werden. In den Informatik-Kompetenzen im Kursplan sind die grundlegenden Kenntnisse und Denkweisen der Informatik beschrieben, die allen Schülern bis Klasse 10 vermittelt werden sollen.  www.medienkunde.de
 

Aktuelle Veranstaltungen

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Verständnisintensiver Informatikunterricht

Verständnisintensiver Informatikunterricht

Thüringer Arbeitsgruppe „Verständnisintensiver Informatikunterricht“

Seit dem Schuljahr 2011/12 arbeiten und lernen Informatiklehrerinnen und -lehrer unterschiedlicher Schularten und aus verschiedenen Regionen Thüringens kollegial in einer Gruppe zusammen. Die Arbeitsgruppe wird vom Entwicklungsprogramm für Unterricht und Lernqualität (E.U.LE.) inhaltlich begleitet und vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) als Fortbildung koordiniert.

Das Ziel der kollegialen Zusammenarbeit und des kollegialen Lernens der Lehrerinnen und Lehrer besteht in der Weiterentwicklung ihres Informatikunterrichts. Dabei geht es den Lehrerinnen und Lehrern um das Professionalisieren ihrer beruflichen Kompetenz, das Lernen jeder Schülerin und jedes Schülers besser verstehen und fördern zu können. Den Lehrerinnen und Lehrern ist dafür die pädagogische Theorie des „Verständnisintensiven Lernens“ behilflich. Eine wissenschaftliche Theorie, wie die Theorie des „Verständnisintensiven Lernens“, kann sich aber nur über die subjektiven Theorien von Lehrerinnen und Lehrer handlungsleitend auf den Unterricht und das Lernen auswirken. Deshalb versuchen die Lehrerinnen und Lehrer, sich ihre subjektiven Theorien von Unterricht und Lernen bewusst zu machen und im Sinne eines verständnisintensiven Lernens der Schülerinnen und Schüler zu verändern. Diesbezüglich finden die Zusammenkünfte der Arbeitsgruppe stets an Schulen statt und sind dort mit Unterrichtsbeobachtungen oder kollegialem Vorbereiten von Informatikunterricht, Begleiten von Schülergruppen im Unterricht und Nachbereiten des Unterrichts verbunden.

Für die Mitwirkung in der Arbeitsgruppe werden die Informatiklehrerinnen und -lehrer im Dezember 2013 das Thillm-Zertifikat „Lehrer/in für verständnisintensiven Informatikunterricht“ erhalten. Rückblickend sei erwähnt, dass bereits in den Schuljahren 2005/06, 2006/07 und 2007/08 sowie 2008/09, 2009/10 und 2010/11 Thüringer Informatiklehrerinnen und -lehrer kollegial in Gruppen erfolgreich zusammen arbeiteten und lernten.

Mai 2012, Otto Thiele, Leiter der Arbeitsgruppe
 

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Ansprechpartner

Thüringer Institut für
Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM)

Heinrich-Heine-Allee 2-4
99438 Bad Berka