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Sonderprojekte

Berufene Helden

Auf dem Ausbildungsmarkt herrscht eine paradoxe Situation: Im Jahr 2015 gab es über 40.000 offene Ausbildungsplätze in Deutschland. Zugleich waren über 80.000 Jugendliche erfolglos auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Woran liegt es, dass so viele Jugendliche zunächst ohne Ausbildung sind, sodass sich der Übergang von Schule in den Beruf verzögert und schwierig gestaltet?
Jugendliche wollen einen Beruf ergreifen, der ihren Fähigkeiten entspricht – doch wissen viele Schüler nicht, welche Jobs zu ihren Fähigkeiten passen. Mögliche Gründe sind eine unzureichende Berufsorientierung, fehlendes Wissen über Ausbildungsberufe und -angebote und die teils schwach ausgeprägten ausbildungsrelevanten Kompetenzen bei den Jugendlichen. Hinzu kommt: Junge Menschen mit Migrationshintergrund, Jugendliche mit Hauptschulabschluss bzw. aus bildungsfernen Schichten sind in der dualen Ausbildung stark unterrepräsentiert. Statistiken zeigen: 71 Prozent der ausbildungsinteressierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund finden trotz Mittlerem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz.  
An dieser Stelle setzen die Deutsche Bahn Stiftung und die Stiftung Lernen durch Engagement mit „Berufene Helden – Lernen durch Engagement für Chancen im Beruf“ an. Lernen durch Engagement« (Abk. LdE, engl. Service-Learning) ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement von SchülerInnen mit fachlichem Lernen verbindet. Das Engagement der SchülerInnen wird dabei im Unterricht geplant, reflektiert und mit dem Erwerb spezifischer Kompetenzen und Fähigkeiten um Ausbildungsreife zu erlangen verknüpft.
„Berufene Helden“ ist das erste gemeinsame Programm der Deutsche Bahn Stiftung und der Stiftung Lernen durch Engagement (vormals Freudenberg Stiftung). Auftakt für das Projekt war im Frühjahr 2016. Nach der gemeinsamen Erarbeitung der Projektziele und Auswahl geeigneter Pilotschulen startete das Programm „Berufene Helden“ mit dem Schuljahr 2016/17 an vierzehn Schulen. Es ist geplant, das Angebot ab dem Schuljahr 2017/18 weiter auszubauen.
Eingebettet in ihren Schulalltag organisieren die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren gemeinnützige Projekte. Als „Berufene Helden“ übernehmen sie für sich selbst und andere Verantwortung. Im Unterschied zur klassischen Berufsorientierung an den Schulen setzen sich die Schüler in diesem Projekt unmittelbar mit Aufgaben auseinander, wie sie ihnen im späteren Berufsleben begegnen. Sie planen und organisieren ihre gemeinnützigen Projekte selbstständig, beschaffen Finanzmittel und Materialien. Hierüber stärken die Schüler ihre Persönlichkeit – und noch viel wichtiger: sie stärken ihre individuellen und ausbildungsrelevanten Kompetenzen. Dazu zählen unter anderem Verantwortungsbewusstsein, Kritikfähigkeit, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, auf andere zuzugehen.

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Ansprechpartner

Ansprechpartner

Thüringer Institut für
Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM)

Heinrich-Heine-Allee 2-4
99438 Bad Berka